Japanisch schreiben lernen: Hiragana und Katakana

Ich hatte vor einiger Zeit auf Twitter gefragt, ob Interesse daran besteht, dass ich mal darüber rede, wie ich das japanische Schriftsystem gelernt habe/lerne, bezogen auf Hiragana/Katakana und meine Herangehensweise an Kanji. Dem ist so gewesen, also komme ich heute mal dazu.

Vorab zu meinem „Werdegang“.
Ich habe bereits 2006 begonnen, an der VHS Japanisch zu lernen. Nun ist das Tempo bei 12 x 3 Unterrichtsstunden à 45 Minuten im Semester nicht sehr hoch. Damals ging es noch, aber das hat sich im Laufe der Jahre geändert.
Das ist einer der Gründe, warum ich bereits so lange lerne und die Sprache ganz eindeutig noch längst nicht beherrsche.
Weitere Gründe liegen in jahrelanger Pause, weil es für mich keine Kurse auf einem passenden Level gab (5,5 Jahre) und ebenfalls an der Unterrichtsweise. Ich kann problemlos eine neue Grammatikform durchkonjugieren, wenn sie einmal erklärt worden ist, denn das ist im Japanischen sehr systematisch mit sehr wenigen Abweichungen. Prinzip einmal verstanden, schnell umgesetzt. Und genau das machen wir vorwiegend. Dieses Mal jene Form, nächstes Mal eine andere (auch zur Wiederholung, wo es dann heißt, kurz reinfinden, wie ging das noch mal, ah ja, alles klar). Aber das ist keine wirklich Anwendung. Ich kann kaum differenzieren, was ich wie am besten umsetze, um mich auszudrücken. Und behalte aufgrund der Splittung auch selten alles im Kopf.
Ich merke, dass ich manchmal Formen, die ich online sehe, ganz langsam verinnerliche und dann auch schneller abrufen kann. Aber für etwas Tiefgreifenderes reicht der Unterricht nicht. Ich kritisiere das auch nicht. Kurse, die höhere Anforderungen haben, kosten entsprechend mehr.

Ich habe damals Kurs für Kurs besucht, sie waren da auch noch ganz gut gefüllt (meine Kurse jetzt sind seit langer Zeit mit gerade mal vier Teilnehmenden gerade so stattfindend und wir hoffen jedes Mal, dass keiner von uns abspringt).
Während ich das 1. Semester nur den einen Kurs hatte (in dem die Hiragana vermittelt wurden), wurde im 2. und 3. Semester zusätzlich noch ein Kanji-Kurs durch eine andere Dozentin angeboten. Da habe ich dann zwei Kurse pro Woche besucht. Einmal den regulären Grundkurs (im 2. Semester waren dort die Katakana dran) sowie der Kanji-Grundlagenkurs sowie ein weiterführender. In der Zeit kam ich mit knapp 500 Kanji in Berührung.

Hiragana/Katakana

Da dies beides Silbenalphabete sind, haben wir in den beiden Semestern meist pro Woche fünf Silben gelernt (immer die komplette Vokalreihe, z. B. a, i, u, e, o; ka, ki, ku, ke, ko usw.). Wir haben im Unterricht geübt, wer wollte, zusätzlich zu Haus.

Bei mir sah das so aus, dass ich mit Musik gelernt habe.
Da ich einige Monate zuvor begonnen hatte, japanischsprachige Musik zu hören, habe ich mir Songtexte rausgesucht, die romanisiert waren, also in Buchstaben umgeschrieben. Diese habe ich als Vorlage genutzt. Aufgrund der Art, wie dies meist gemacht wird, haben sich ein paar Fehler eingeschlichen, aber für die reine Übung selbst, war das nicht weiter schlimm.[1]


Hiragana
(zum Vergrößern das Bild anklicken)


Katakana
(zum Vergrößern das Bild anklicken)

Ich habe hier mal den Anfang eines solchen Textes fotografiert. Oben die Übung von damals. Zusätzlich habe ich das jetzt einfach noch mal gemacht, auch, weil sich die Schrift mit aufkommender Routine ein bisschen verändert hat.
Einmal für die Hiragana und ebenfalls für die Katakana mit demselben Text. (Diese eben erwähnten „Fehler“ habe ich jetzt übrigens gleich durch die richtigen Hiragana/Katakana ersetzt, weil ich das mittlerweile eher erkenne.)
Ich habe übrigens in jedem Beispiel auch heute was vergessen (bei den Hiragana fehlt in der letzten Zeile ein „n“/ん, bei den Katakana in der letzten Zeile des ersten Absatzes ein „mai“/マイ).

Ein paar Tage später habe ich mir dann die Hiragana oder Katakana zur Hand genommen und diese wieder in Buchstaben übertragen. Diese habe ich dann wiederum mit dem Ursprungstext, den ich als Vorlage genutzt habe, abgeglichen.

Wobei ich auch sagen muss, dass diese romanisierten Texte teils eine absolute Katastrophe sind, was die Gliederung betrifft. Ich nehme an, diejenigen, die sie online gestellt haben, hatten von der Sprache auch nicht zu viel Ahnung. Bei mir wäre vor Jahren auch nichts Besseres rausgekommen, das soll also keine Kritik sein. Ich sehe nur jetzt, wie schwer es mir dieses Mal gefallen ist, weil ich ständig aus dem Wortfluss raus war und überlegen musste, was wohin gehört. Ich bevorzuge deswegen auch Originaltexte. Die ich im Übrigen auch selbst romanisiere. Einerseits weil ich sie so schnell nicht lesen kann bzw. viele Kanji noch immer nicht kenne, andererseits als Leseübung.

Für mich war das damals ein guter Weg. Wenn ich Zeichen immer nur in derselben Reihenfolge lerne, präge ich sie mir voneinander abhängig ein. Sobald sie durcheinander gewürfelt sind, fange ich an zu stolpern. Außerdem konnte ich mein Interesse für die Musik damit verbinden.
Und ich habe das überall gemacht. Wenn ich beispielsweise mit der Bahn von A nach B gefahren bin, hatte ich meinen Block und einen ausgedruckten Text dabei.

An diesem Punkt höre ich für heute auf, der Beitrag zu den Kanji kommt ein anderes Mal.

Bis denne ☆

 
[1]
Üblich ist für das Parikel は die Umschrift „wa“ anstatt „ha“, wie die Silbe eigentlich gelesen wird. Also stand in dem Songtext „wa“ und ich habe dementsprechend わ geschrieben, das eigentlich „wa“ romanisiert wird.
Dasselbe gilt für を, das meist mit „o“ dargestellt wird, obwohl die eigentliche Lesung „wo“ ist.
Ebenfalls für へ, welches oft mit „e“ romanisiert wird, obwohl es eigentlich ein „he“ ist.
Das hat meines Wissens etwas mit der Aussprache der drei Silben zu tun, ich mag diese Form der Umschrift dennoch nicht und verwende sie auch nicht. Texte, die ich in Buchstaben umschreibe, bekommen auch „ha“, „wo“ und „he“.

Leserückblick Juni

Der Juni ist vorbei und deswegen ist heute wieder Zeit für einen neuen Leserückblick.

Tatsächlich ist Lesen nach wie vor ein Thema bei mir, das nicht so wirklich hoch im Kurs steht. Aber zumindest lese ich meist recht viel, wenn ich mich hinsetze (wobei viel relativ ist).

Deswegen sind es im Juni bei mir immerhin mehr oder weniger drei Bücher geworden.

Den Anfang hat „Katzen würden Mäuse kaufen“ von Hans-Ulrich Grimm gemacht. Allerdings bin ich nicht sehr weit gekommen, da mir das Buch viel zu reißerisch geschrieben ist. Ich habe es deswegen abgebrochen. Ob ich es irgendwann trotzdem noch mal in die Hand nehmen werde, weiß ich nicht.

Danach habe ich „Cyber Trips“ von Marie Graßhoff gelesen, das Ende Mai erschienen ist.
Nachdem mir „Neon Birds“ sehr gut gefallen hatte, wollte ich natürlich wissen, wie es weitergeht. Das Buch war seit langer Zeit vorbestellt und nachdem ich es endlich abgeholt hatte (ich bin derzeit nicht so häufig in der Ecke, in der die Filiale liegt), war es dann soweit. Es ist ja nicht selten, dass zweite Teile einer Trilogie nicht ganz so mitreißt und so war es auch mit diesem Buch. Ich nehme an, dass im dritten Band noch mal ordentlich Fahrt aufgenommen wird und genau an dem Punkt bin ich nicht sicher, ob mir das gefällt, denn das ist so ein bisschen mein Kritikpunkt in Band 2. Den Hauptfiguren steht bereits so viel Gegenwehr entgegen, dass ich mir schwer vorstellen kann, wie sie das noch hinbekommen sollen. Aber es bleibt natürlich die Frage, ob das überhaupt Ziel der Reihe ist und deswegen lasse ich mich einfach mal überraschen. Vielleicht wird es noch eine große Wendung geben, die das alles in ein passendes Licht rückt.

Anschließend bin ich bei Sci-Fi geblieben und habe mit „Wasteland“ von Judith C. Vogt und Christian Vogt weitergemacht. Ein Buch, das mit gendergerechter Sprache auffährt, die sich überwiegend hervorragend lesen lässt. Diese Geschichte zeigt, dass Neopronomen problemlos in Texten Verwendung finden können, ohne sie näher zu erklären.

Kennt ihr eines der Bücher?
Mögt ihr solche Zukunftssettings?
Was habt ihr so gelesen?

Bis denne ☆

Ableistische/saneistische Sprache

Jede:r von uns kennt das vermutlich.
„Wo habe ich denn nur den blöden Schlüssel liegen lassen?“
„Bist du blind?“
„Das war wahnsinnig toll!“
Und jede Menge mehr solcher Äußerungen.

Was das Problem daran ist?
Sie sind ableistisch/saneistisch.

Für mich ist dieses Thema auch noch ein bisschen neu, sollte ich also etwas falsch formulieren, weist mich bitte darauf hin.

Soweit ich es verstanden habe, bezieht sich ableistisch auf die Verwendung von Begriffen, die sich eigentlich auf körperliche Erkrankungen beziehen (vom Englischen abled) und saneistisch auf mentale Erkrankungen (vom Englischen sane).
„Blind“ wäre in dem Fall körperlich. Menschen oder auch Gegenstände sowie Situationen usw. mit Begriffen, die Krankheiten bezeichnen, zu beschimpfen (und es ist selbst im Beispiel mit dem Schlüssel oben eine Beschimpfung) ist ableistisch. Und eben für betroffene Menschen möglicherweise verletzend (dass es welche unter ihnen gibt, denen das egal ist, negiert nicht die Verletzung derjenigen, die es als solche empfinden).
„Wahnsinnig“ ist ein Wort, über das sich bisweilen gestritten wird. Es habe sich so eingebürgert und gilt selbst nicht als Krankheit, aber Wahn tut es eben doch und mit all der negativen Konnotation ist dieses Wort als Verstärker nicht nötig (zumal es gerade dafür sehr viele Ausweichmöglichkeiten gibt: unfassbar, unglaublich, enorm, extrem usw.).

„Toll“ fällt übrigens auch darunter, das ist mir bis vor Kurzem auch durchgerutscht, obwohl es mir seitens der Tollkirsche oder der Tollwut durchaus auch in dem Zusammenhang ein Begriff ist.

Insgesamt begegnet mir ableistische/saneistische Sprache sehr viel. Im direkten Kontakt mit Menschen, wie aber auch online.
Seitdem mir bewusst geworden ist, wie problematisch sie ist, finde ich es wichtig, darauf zu achten. Und ich muss zugeben, dass es mir schwerfällt, nicht jedes Mal darauf hinzuweisen (ich bin sicher, so einige Menschen hätten sehr schnell keine Lust mehr, sich mit mir zu unterhalten, eben weil ableistische/saneistische Sprache in unserem Alltag so normal ist, wenn sie auch nicht normal sein sollte). Ich suche derzeit noch nach dem Umgang für mich, wann ich darauf hinweise und wann ich es unterlasse (es hilft niemandem, wenn andere Leute sich zurückziehen, anstatt zu reflektieren und zu verändern).

Auch ich nutze solche Begriffe noch, ich bin nicht fehlerfrei. Aber ich korrigiere mich, sobald es mir auffällt. Damit ich diese Wörter aus meinem Kopf bekomme, sie aus diesem Normal für mich herausfallen. Das ist nicht immer einfach, aber sehr wichtig, wie ich finde.

Wie ist das bei euch, achtet ihr selbst darauf?
Wie oft stolpert ihr?
Oder ist es euch egal?

Bis denne ☆

Katzen: Rezensionen zu Büchern und Zubehör

Das Thema Katzen ist für mich neben dem Schreiben eines, das ich seit Jahren verfolge.
Seit meine Katze 2011 bei mir eingezogen ist und kurz darauf krank wurde (inklusive einer Nacht stationär in der Tierklinik) bin ich in Katzenforen unterwegs.

Als ich 2015 mit dem Barfen angefangen habe, bin ich dadurch auch in entsprechende Foren gegangen. In einem davon bin ich bis heute unterwegs und mittlerweile seit zwei Jahren auch Mod.

Während ich immer wieder sage, dass ich keine Rezensionen schreibe, habe ich das dort durchaus getan. Einerseits für ein paar Bücher zu diesem Thema, aber auch zu ein paar Hilfsmitteln – entweder für die Rohfütterung oder allgemein in meinem Alltag.

Da ich immer wieder mitbekomme, dass sich unter meinen Kontakten in den sozialen Medien Katzenbesitzer:innen befinden, dachte ich, ich teile diese Rezensionen mit euch.
Die wenigsten von euch denken dabei an Rohfütterung und das ist auch völlig in Ordnung.
Es ist ein bisschen was an Aufwand, das Futter selbst herzustellen. Einerseits setzt es einiges an Wissen voraus, wenn man mit einer fundierten Basis an die Sache rangehen will (viele glauben anfangs, das nie lernen zu können, aber eigentlich ist es nur viel Lesestoff, aber nicht schwer zu lernen). Andererseits braucht es eben auch Zeit, um das Futter herzustellen. Und Gefrierkapazitäten, denn die wenigsten von uns stellen sich täglich hin und mischen Futter für nur einen Tag an.
Für diejenigen, die an der Thematik interessiert sind, sind die Buchrezensionen vielleicht interessant.

Der Rest bezieht sich auf Futterautomaten und einen Fleischwolf.
Ich habe seit Jahren Futterautomaten hier im Einsatz, weil meine Katze mittlerweile alle vier Stunden Futter braucht und ich damit nicht ständig Futter neu hinstellen muss (das würde einerseits bedeuten, zu festen Zeiten zu Haus zu sein und nicht auch mal länger am Stück unterwegs zu sein, andererseits müsste ich aber auch nachts einmal dafür aufstehen, was auf Dauer auch nicht gesund ist). Über die Jahre habe ich drei verschiedene Modelle im Einsatz (gehabt) und eines nur bestellt, aber zurückgesendet gehabt, weil ich sehen konnte, dass es für meine Bedürfnisse nicht funktioniert.
Außerdem bekomme ich immer mal wieder in allgemeinen Katzenforen mit, dass Besitzer:innen unsicher sind, ob diese Geräte für sie geeignet sein können. Je nach Typ und Shop schwanken die Kosten zwischen rund 20,00 bis 50,00 € (und das sind nur Online-Preise).
Deswegen teile ich auch diese Rezensionen mit euch.

Um den Beitrag nicht zu sprengen (in dem Theme funktionieren manche Einstellungen nicht, ich weiß nicht, ob das mit einem Spoiler überhaupt klappt), verlinke ich euch die Rezensionen und setze euch hier schon mal als Vorschau jeweils ein Bild dazu. Für die Futterautomaten und den Fleischwolf finden sich weitere Fotos in den Rezensionen.

Bücher

Es handelt sich hierbei um vier Bücher von drei Autorinnen.


Natural Cat Food von Susanne Reinerth


Katzen BARFen von Petra von Quillfeldt


einfach barf von Doreen Fiedler


Katzenernährung nach dem Vorbild der Natur. Barfen in allen Lebensphasen von Doreen Fiedler

Fleischwolf

Das ist kein zwingendes Zubehör beim Barfen, aber ich brauchte ihn irgendwann für meine Katze, da sie stückiges Fleisch nicht mehr vertragen hat.


Beem Panther

Futterautomaten

Zwei davon habe ich nach wie vor im Einsatz. Einer passte gar nicht zu mir. Den anderen hatte ich lange Zeit verwendet, aber fand ihn im Laufe der Zeit immer ungünstiger.


TX2 von Trixie


TX4 von Trixie


TX6 von Trixie


Cat Mate C500 von Pet Mate

Es gibt bislang auch noch zwei Artikel zu einer Krankheit bzw. Rohfütterung im Zusammenhang damit (chronische Niereninsuffizienz, kurz CNI), aber das ist dann noch mal ein sehr spezielles Thema für sich.

Vielleicht sind die Rezensionen ja für di:en eine:n oder andere:n von euch etwas.
Bei Fragen helfe ich natürlich gern, sofern ich kann.

Bis denne ☆

Bücherneuzugänge Rest 2019 bis heute

Es sind tatsächlich schon wieder über zehn Monate vergangen, seit ich euch gezeigt habe, welche Bücher bei mir eingezogen sind.
Was aber daran liegt, dass ich weiterhin kaum neue kaufe.

Wenn mir jetzt also nichts durchgerutscht ist (bei den E-Books definitiv nicht, da habe ich kurz durch meine Bestellliste geschaut und da war in dem Zeitraum nichts), dann waren es wirklich nur vier Bücher.

Zwei davon sind bereits gelesen („Neon Birds“ und „Sommerfrost“), die anderen beiden sind ganz neu bei mir.

Dadurch habe ich leider auch gar nicht viel zu berichten, dachte aber, dass ich trotzdem mal dazu schreibe, weil schon wieder so viel Zeit vergangen ist.

„Cyber Trips“ war ja ohnehin zu erwarten gewesen (also einerseits, weil es Teil einer Trilogie ist, aber andererseits, weil mir „Neon Birds“ ja extrem gut gefallen hat). Über „Wasteland“ habe ich sehr viel positives gelesen und da ich sehr neugierig auf die Umsetzung nicht-binärer Sprache bin, kam das Buch jetzt hinzu. Im Grunde habe ich das nur auf meine Vorbestellung des anderen Buches gepackt, sonst wäre es schon ein bisschen länger hier (ich bin noch altmodisch und hole die Bücher aus der Filiale ab und brauchte so nur einmal zu gehen).

Kauft ihr auch eher weniger neue Bücher?
Oder könnt ihr nicht widerstehen und es kommen sehr regelmäßig neue hinzu?
Welche Bücher sind als letztes bei euch eingezogen?

Bis denne ☆

Leserückblick Mai

Im Mai habe ich wieder etwas weniger gelesen als im Monat zuvor.
Trotzdem sieht das Foto nach viel mehr aus.

Zum einen hatte bei „Tötet uns alle“ von Dan Wells nicht mehr viel gefehlt, um die Trilogie zu beenden.
Dieses Buch war auf eine bestimmte Weise sehr interessant. Immerhin geht es um ein Virus, das die Menschen fast ausgerottet hat. Und eine künstlich geschaffene Lebensform namens Partials hat eine eigene Verständigungsform, die über den Atem funktioniert. Damit die anderen einen nicht bemerken, funktioniert es, einen Schutz zu tragen. Ein paar Lagen Stoff können funktionieren, aber richtig dichte Masken helfen weit besser.
Genau das war in der derzeitigen Situation reichlich befremdlich (ich weiß nicht mehr, wann genau ich an der Stelle mit dieser Information war, ich schätze irgendwann im April, also als die Maskenpflicht hier aufkam).

Im Anschluss habe ich „Sind Sie hochsensibel?“ von Elaine N. Aron beendet. Dieses Buch hatte ich bereits im vorigen Jahr begonnen, doch musste mich für eine Weile von der Thematik distanzieren.

Danach habe ich es mit „Mordsfreunde“ von Nele Neuhaus versucht. Ein Krimi, bei dem ich aber nicht sehr weit gekommen bin. Mir hat nicht nur der Stil nicht gefallen – ich kann nicht mal sagen, was daran genau nicht, es hat mich einfach nichts in den Bann gezogen. Darüber hinaus wurden Sachen so plakativ geschrieben, bei denen ich dachte, dass das gerade wenige Zeilen zuvor schon dastand.

Abschließend folgte dann noch das frisch bei mir eingetroffene Buch „Sommerfrost“ von Stella Delaney. Ein schmaler Band mit drei Kurzkrimis. Vor allem die erste der drei Geschichten hat mir gut gefallen, möglicherweise auch wegen der Wendung. Ich hatte sie schon ungefähr in der Mitte vermutet gehabt, aber das hat der Sache keinen Abbruch getan.

Und damit geht es dann auf in den Juni.

Kennt ihr eines oder auch mehrere der Bücher?
Lest ihr derzeit Bücher, die sich mit unserer Pandemie-Situation vergleichen lassen?
Oder verzichtet ihr lieber ganz darauf?

Bis denne ☆

Awareness

Diese Woche war sehr emotional, sehr belastend und dadurch sehr anstrengend.

Und auch wenn ich heute gar nicht so sehr viel über das eine große Thema dieser Woche nachgedacht habe, fehlt mir doch der Fokus auf ein einziges anderes, dass ich daraus einen Blogbeitrag machen könnte.

Am Dienstag dachte ich noch, hach, du hast ja noch ein bisschen Zeit, fängst du nachher mal an.
Dann war der Dienstag vorbei.
Am Mittwoch war es ähnlich. Kurz vorm Schlafen dachte ich: Ach du je, jetzt bleibt ja nur noch morgen.

Und siehe da, jetzt ist es Donnerstag, 21:36 Uhr, und ich tippe endlich die ersten Wörter für den Beitrag, der morgen um 8:00 Uhr online geht (heißt, ich muss das vorm Schlafen schon hochstellen).

Als ich vorhin den nächsten Twitter-Thread durchgelesen habe, wusste ich, worüber ich schreiben werde.
Oder eigentlich gar nicht ich, sondern andere.

Ich habe in den vergangenen eineinhalb bis zwei Wochen so viele interessante Themen allein auf Twitter gesehen. Teils waren es Threads von Menschen, denen ich folge, teils hatten sie selbst etwas von anderen geteilt – Threads oder Blogbeiträge/Artikel. Themen, zu denen ich mich teils nicht fundiert äußern kann, weil ich selbst noch zu unsicher bin oder selbst nicht betroffen bin und eben den Betroffenen die Stimme lassen möchte.

Schaut bitte durch die Sachen, lest sie. Denkt darüber nach. Reflektiert euch und euer Verhalten, eure Denkweise. überlegt, was ihr ändert könnt bzw. solltet. Das ist natürlich keine Vorgabe von mir, ich werde mich hüten, jemandem vorzuschreiben, was sie:er zu tun hat. Aber ich bitte darum, mal in sich zu gehen. Was ihr daraus macht, ist selbstverständlich eure Sache. So wie es meine ist, wie ich mit den Dingen, die mich umgeben, umgehe.

Manchmal habe ich Retweets mit Zitat eingebaut, dann ist das, was unter dem ersten Text steht die Ausgangslage. Twitter ist da teilweise etwas verschachtelt, aber ich finde es übersichtlicher, sich dort durchzuklicken als alles nacheinander reinzusetzen, was dann schnell gedoppelt wirkt, so nach dem Motto: Habe ich schon gelesen, kann ich gleich zuklicken.
Unter den Tweets finden sich manchmal auch noch weitere Aussagen der Person, die gepostet hat, direkt auf den Tweet bezogen, sind diese eigentlich immer als erstes angeführt.

Queerness und die Politik/Gesetzeslage

Der Hinweis auf die „Vertiefung der Diskriminierung von Regenbogenfamilien“ durch die Bundesregierung durch die Textehexe.

Empörend ist die Bezeichnung „empfundene Intersexualität“ für nicht-binäre Personen, die Freddy mit Verlinkung über einen weiteren Tweet von Lucy Che zum entsprechenden Artikel gepostet hat. Das ist ein weiterer Rückschritt, statt der Weg nach vorn.
Freddy hat noch mehr dazu geschrieben, einmal hier und ebenfalls hier (die beiden bauen aufeinander auf, hier habe ich sie mal nacheinander gepostet, weil sie beide aus mehr als einem Tweet bestehen, also unbedingt auch den zweiten Link hiervon lesen).

Das Thema „Passing und soziale Geschlechtsdysphorie“ hat Maya in aufgegriffen und ihr Beitrag ist so gut. Ich habe mich bezüglich der sozialen Geschlechtsdysphorie darin gesehen, denn genau damit kämpfe ich auch. Noch nicht äußerlich und bislang auch sehr leise, denn es ist nicht einfach, dabei laut zu werden. Je mehr Menschen darauf achten und wieder andere Menschen darauf hinweisen, desto weniger schwer wird der Kampf für alle Betroffenen.

Nicht-Binarität, Sichtbarkeit und Neopronomen

Auch das passt zum Thema soziale Geschlechtsdysphorie und kommt mit weiteren Folgen für betroffene Personen daher. Gray führt sehr eindeutig an, wie schwer es sein kann, nicht dem idealisierten Bild einer nicht-binären Person zu entsprechen.

Für Unsichtbarkeit nicht-binären Menschen wird auch gern in der Buch-Bubble durch Verlage gesorgt. Ganz grob zum hiesigen Thema, das sich durch die folgenden Links zieht: In der deutschen Sprache fehlt es den Verlagen an EINEM Pronomen für die Betroffenen (das es nicht gibt, denn Nicht-Binarität ist vielfältig). Und deswegen ignorieren sie bei Übersetzungen aus anderen Sprachen dort verwendete Neopronomen und wandeln die betreffende Figur in eine binäre. Alex hat in diesem Zusammenhang einen offenen Brief an den Blanvalet Verlag gerichtet. karlabyrinth hat einen englischsprachigen kurzen Thread zum Thema geschrieben. Und Arduinna spricht das Thema eines einzigen Neopronomens an und verlinkt einen weiteren englischsprachigen Tweet.

Rassismus

Rassismus ist nicht neu, umgibt uns alle und wird von jedem von uns reproduziert. Wir sind es, die dies erkennen müssen, um damit aufzuhören. Wir sind alle damit aufgewachsen und davon geprägt und müssen uns davon lösen, um Betroffene nicht ständig zu verletzen, zu diskriminieren. Mit Corona ist vor allem der Rassismus gegen asiatisch aussehende Menschen verstärkt aufgeflammt. Dieser Tweet von KateBoss5000 führt verschiedene Twitter-Accounts an und verlinkt einen Artikel, in dem unterschiedliche Projekte zum Thema vorgetellt werden.

ray zeigt in diesem Thread sehr eindeutig auf, wie Schwarze unterschiedlich eingestuft werden und was das für Betroffene bedeutet.

Zum Thema „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat Victoria Linnea einen Thread geteilt, der aufzeigt, wie schädlich so ein Label sein kann.

Rape Culture

Wie leicht es ist, sich selbst aus dem Thema herauszunehmen, weil Übergriffigkeit eben oft als „es muss erst etwas Großes passiert sein, damit es als solche gilt“ eingestuft wird. Dass dem nicht so ist, zeigt The Rural Juror in ihrem Thread.

Verantwortung als Autor:in

Justine Pust spricht in ihrem Thread an, wie viel Verantwortung Autor:innen mit ihren Geschichten tragen und wie wichtig diese ist.

Gendergerechte Sprache, Rassismus, Sexismus

Arduinna und Christian Vogt haben einen Talk zum Thema „gendergerechte Sprache, Rassismus und Sexismus“ aufgenommen. In Kurzform ist der Inhalt in diesem Thread dargestellt, es lohnt sich aber, das Video zu schauen.

Das war es erstmal. Ich plane nicht regelmäßig, solche Link-Sammlungen zu posten, aber ich schließe auch nicht aus, dass ich irgendwann mal wieder eine für euch habe.

Bis denne ☆

Deadname und neue Pronomen

Vor gut einem Jahr ist mir bewusst geworden, dass ich nicht-binär bin. Ungefähr ein halbes Jahr später habe ich euch von meinem seit langem gewählten Namen und dem daraus resultierten Pronomen erzählt.

Heute sieht die Welt für mich ein bisschen anders aus.

Der Name hat sich nicht geändert. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das je eintreten wird.
Was sich für mich anders anfühlt, ist meine Beziehung zu meinem bürgerlichen Namen.

Den Vornamen mochte ich nie wirklich. An meine Kindheit kann ich mich diesbezüglich nicht erinnern, weder positiv noch negativ. Es gab eine Phase, in der er sich gut abändern ließ, wo er mir durchaus willkommen war, aber kaum, dass diese endete, hatte ich viele Jahre zu tun, von dieser Abänderung – diesem Spitznamen – loszukommen. Und sehr ähnlich fühlt sich das jetzt auch an. Nicht so sehr, ihn loszuwerden, zumindest nicht im Internet, weil die Menschen, die mich umgeben, überwiegend respektvoll genug sind, darauf zu achten. Darüber hinaus habe ich das Thema noch nirgends angesprochen. Abgesehen von den Leuten, die mich ohnehin schon lange unter diesem selbstgewählten Namen kennen und ihn daher intuitiver verwenden als meinen bürgerlichen Vornamen.

Der Nachname war für mich den Großteil meines Lebens der erträglichere (mal davon abgesehen, dass ich viereinhalb Jahre lang noch einen anderen hatte, da ich ein uneheliches Kind war und die Hochzeit erst später kam). Allerdings gab es Menschen, die mich mit Spitznamen des Nachnamens aufzuziehen versucht haben. Sie sind gescheitert.
Wie dem auch sei, der Name stellt trotz allem Verbindungen dar, mit denen ich nicht ständig konfrontiert werden möchte. Da ist die Familienproblematik, wobei ich diese nicht vordergründig sehe. Aber der Name – eigentlich mein voller bürgerlicher Name – steht eben für die Person, die noch immer in meinem Ausweis steht, die in einem weiblichen Körper auf die Welt gekommen ist und weiblich gelesen wird.

Letztes Jahr war das okay, es war okay, wenn ich mit dem Namen angesprochen wurde, wobei ich Kuro eindeutig bevorzuge und es hat mich auch nicht gestört, hier oder da über diesen Namen zu stolpern.
Mittlerweile stört es mich jedes Mal. Ich will ihn nicht lesen, will ihn nicht hören, nichts.

Ihn im Ausweis einfach mal ändern zu lassen, geht nicht, soweit ich weiß.
Das akzeptiere ich für den Augenblick.
Aber online geht es eben durchaus anders.

Als Resultat habe ich mittlerweile alle Beiträge von meinem alten Blog gelöscht, der im nächsten Jahr ohnehin gelöscht wird. Ausschließlich die Ankündigung zu diesem Blog hier habe ich stehen lassen.
Ebenso habe ich alle alten Bilder, die bereits dort gepostet waren, mit Kuro versehen, alle Beiträge, in denen der Name erwähnt war, umgeschrieben, alle Verlinkungen zum alten Blog durch welche auf diesem hier ersetzt (letzteres war ohnehin sinnvoll).
Je weniger mein bürgerlicher Name – für mich fühlt er sich wie ein Deadname an – zu sehen ist, desto weniger kann er verwendet werden. Desto weniger muss ich ihn sehen.

Dies ist der eine Teil.

Der andere ist das Pronomen.

Wenn mir eines aufgefallen ist, dann, dass sich viele damit schwertun.
Es gibt ein paar Pronomen, die gängiger sind, darunter fiel meines aber nicht. Ich habe es ganz genau ein Mal in Verwendung gesehen.
Die Entscheidung K zu verwenden, hing damals ja damit zusammen, dass ich mich mit den mir bekannten Varianten hier nicht anfreunden konnte, weder den deutschsprachigen wie sier oder xier (kann ich bis heute nicht, sie sind mir weiterhin zu nahe am binären sie und er), noch mit anderen, die ich gefunden habe und ebenfalls nicht mit dem englischsprachigen they/them.

Vor wenigen Wochen (oder nur Tagen? mein Zeitgefühl ist im Eimer) kam mir der Gedanke an die Anlehnung an die englischsprachigen, aber in eher deutschsprachiger Schreibweise (so man das so nennen kann).
Sey/sem.
Weich gesprochenes S, wie im Deutschen üblich.
Doch zugleich hatte ich Zweifel, ob das geht. Spricht da vielleicht etwas völlig dagegen? Ich habe keinerlei sprachwissenschaftlichen Hintergrund, ich habe das nicht auf einer Liste gesehen und war daher unsicher. Aber sie gefielen mir. They/them sind sehr bekannt, der Umgang damit für viele – zumindest aus der Bubble – bereits vertraut.
Ich habe eine Weile mit mir gerungen, mich jetzt aber dafür entschieden.

Die Nutzung ist recht simpel, ähnlich wie in englischsprachigen Sätzen, zusätzlich kann auch seir bzw. seirs zum Einsatz kommen.

Ash formuliert es wie folgt für they/them:

Also: „They mag Katzen.“, „Katzen mögen them,“ „Die Katze hat their Hemd kaputt gemacht“, „Der Teller ist theirs.“ und so weiter.

(schaut mal in dem Beitrag vorbei, der ist allgemein interessant und zählte letztes Jahr schon zu den Seiten, die ich verschlungen habe)

Übertragen auf sey/sem sähe das dann so aus:
Sey mag Katzen.
Katzen mögen sem.
Die Katze hat seir Hemd kaputt gemacht.
Der Teller ist seirs.

Die Aussprache ist wie bei den englischsprachigen Wörtern, nur ohne „th“, sondern weichem „s“.

Auch hier habe ich mittlerweile alles geändert (so ich nichts übersehen habe). Soziale Medienplattformen wie Twitter und Instagram, aber auch Foren, wo ich das im Profil eingetragen habe.
Ebenfalls habe ich mich dafür entschieden in Gesprächen auf Englisch zum recht gängigen they/them überzugehen. Dort hat es mich auch nie gestört, weil das ja ohnehin Wörter dieser Sprache sind, nur im Deutschen konnte ich mich für mich nicht damit anfreunden. Jetzt ist es halt ähnlich, wenn auch nicht exakt dasselbe.

Benutzt ihr für euch Neopronomen?
Habt ihr es auch schon mal gewechselt?
Kommt ihr gut damit zurecht, für andere Menschen Neopronomen zu verwenden anstelle binärer Pronomen?

Bis denne ☆

Mein SuB 2020

Irgendwie mag ich es, einmal im Jahr über meinen SuB zu schreiben, weil das immer auch einen guten Vergleich bietet.
Und da ich vor 52 wie auch 102 Wochen darüber gebloggt habe, war der heutige Tag schon seit langem für diesen Post vorgemerkt.

Erneut habe ich mich am Foto aus dem Vorjahr orientiert.

Ja, der linke Stapel sieht immer noch gleich aus. Das ist halt der, auf dem die vor zwei Jahren erwähnten Bücher liegen, die ich entweder übernommen habe oder die zu einer Reihe gehören. Naja, nicht nur, aber überwiegend.

Als erstes fällt sonst vermutlich auf, dass es ein Stapel weniger ist.
Überwiegend gleicht der zweite Stapel tatsächlich fast noch dem vom letzten und vorletzten Jahr.
Eigentlich sind nur drei Bücher einer Reihe verschwunden.

Wirklich verändert hat sich deswegen eigentlich nur der Rest.
Das liegt einerseits daran, dass ich die englischsprachige Ausgabe der „Twilight“-Saga letztes Jahr doch noch gelesen habe. Außerdem sind da ein paar Bücher dabei, die ich zu lesen begonnen, doch dann abgebrochen habe. Eines lese ich aktuell. Und andere habe ich dann eben mittlerweile ganz normal vom SuB genommen, indem ich sie komplett gelesen habe.

Dafür liegt weiterhin kein neues Buch auf dem SuB.
Denn ich habe mich weiterhin daran gehalten, kaum Bücher zu kaufen. Die wenigen Ausnahmen, die ich gemacht habe, sind bereits gelesen. Außer dem einen Buch, das aber noch nicht auf dem Foto enthalten ist, weil ich das Foto schon gemacht hatte, als ich das Buch in Händen halten durfte. Aber es wird dort auch keinen wirklich Platz finden, vermute ich, weil es eher auf dem Stapel der gelesenen Bücher landen wird.

E-Books waren übrigens im vergangenen Jahr wieder nicht dabei, aber immerhin wird der physische SuB dadurch weiterhin kleiner.
Wobei ich denke, ein Teil wird noch sehr lange liegen. Das sind halt einerseits die übernommenen Bücher. Auf Themen wie bei diesen habe ich irgendwie nur alle paar Ewigkeiten mal Lust und das kann auch noch ein paar Jahre dauern.
Andere schaffe ich vom Thema her einfach nicht (eines darunter – „Das Monster, die Hoffnung und ich“ – dreht sich beispielsweise um Depression).
Aber es geht voran. Langsam, aber immerhin.

SuB:

Ungelesene, selbst ausgewählte Bücher:
Luca Di Fulvio – Das Kind, das nachts die Sonne fand
Wolfgang Hohlbein – Intruder
Wolfgang Hohlbein – Raven – Schattenreiter
Stephan Harbort – Killerfrauen
Alexandre Dumas – Die drei Musketiere
Charlotte Roche – Schoßgebete
Helene Henke – Totenmaske
Sally Brampton – Das Monster, die Hoffnung und ich
p.d. James – Der Tod kommt nach Pemberley
Wolfgang & Heike Hohlbein – Der Greif
Kiera Cass – The Selection
Kiera Cass – The Elite
Kiera Cass – The One
Wolfgang Hohlbein – Nemesis – Die Stunde des Wolfs
Wolfgang Hohlbein – Nemesis – Morgengrauen
Hans-Ulrich Grimm – Katzen würden Mäuse kaufen

Selbst ausgewählt, kostenlos:
Sarah Lee Hawkins – Gewitter der Liebe
Robyn Lee Burrows – Weil die Sehnsucht ewig lebt
Sarah Lark – Das Gold der Maori
Sarah Lark – Im Land der weißen Wolke
Lesley Pearse – Das helle Licht der Sehnsucht
Laura Walden – Der Fluch der Maorifrau
Ken Follett – Die Säulen der Erde
Marcel Montecino – Kalt wie Gold

Geschenk, Band aus einer Reihe
Wolfgang & Heike Hohlbein – Runenschild – Die Legende von Camelot III

E-Books (nicht auf dem Foto):
Dieter R. Fuchs – Hannya – im Bann der Dämonin
Axel Hollmann – Benzin – Ein Fall für Julia Wagner
Cathy Yardley – Painless Promotion: Strategy – A Simple System for Marketing Your Novel
Cathy Yardley – Painless Promotion: Genre & Voice – Figuring Out Your Genre, Finding Your Voice
Cathy Yardley – Write Every Day – A Simple System for Writing Your Novel
Cathy Yardley – Rock Your Revisions – A Simple System for Revising Your Novel
Drachenmondverlag-Anthologie – Wenn Drachen fliegen

Wie groß ist euer SuB?
Achtet ihr bewusst darauf, ihn zu verkleinern?
Welcher Anteil ist größer – Prints oder E-Books?

Bis denne ☆

Depression, OCD, Anxiety und Corona

Ich hatte eigentlich nie vor, wirklich über Corona zu schreiben. Doch da mir das Thema viel im Kopf umhergeht, tue ich es jetzt doch.

Für mich ist es heute Tag 50, seit ich mit StayHome begonnen habe. Und auch die Kontaktbeschränkungen laufen mittlerweile seit sechseinhalb Wochen, wenn ich mich nicht täusche (mein Zeitgefühl ist bereits völlig im Eimer). „Seit ich mit StayHome begonnen habe“ bedeutet in dem Fall nur, dass ich ab da aus meinem üblichen Rhythmus ausgebrochen bin. Was die erste auffällige Veränderung für mich hinsichtlich meiner Zwänge darstellt.
Und an diesem Punkt kommt für mich auch bereits die erste kleine Auswirkung zum Tragen.

Zwänge zu ändern, ist unglaublich schwierig. Und mein Alltag besteht zum großen Teil aus Zwängen. Aus zwangsartigen Routinen. Eine davon war, an vier festen Tagen in der Woche rauszugehen, meist einen kleinen Einkauf zu machen und an den anderen Tagen zu Haus zu bleiben. Nun gehe ich durchschnittlich höchstens einmal die Woche raus.
Diese Veränderung durchzuführen, war sogar relativ leicht. Was mich nicht gewundert hat. Veränderungen, die von außen herbeigeführt werden, fallen zumindest mir einfacher (ich kann nicht für andere Menschen mit Zwängen sprechen, das gilt für alles, was ich in diesem Beitrag schreibe). Gerade wenn es sich um eine Situation wie die derzeitige handelt.

Allerdings spüre ich bereits jetzt – wo wir noch am Anfang der Pandemie stehen -, dass sich die Auswirkungen für mich später negativ zeigen werden. Ich erlebe das im Grunde bereits jetzt. Und da meine Zwänge eben oft Routinen sind, zu einer Normalität werden, ist es hinterher auch nicht so, dass ich einfach wieder auf das Davor zurückgehen kann. Das heißt in dem Fall, dass ich auch hinterher so selten rausgehen werde. Alles andere wird extrem harte Arbeit werden. So wie jedes Aufbrechen von Zwängen, ohne äußere Notwendigkeit.
Während ich schon Stimmen gelesen habe, was andere tun werden, wenn wir uns wieder sorgenfrei draußen bewegen können, weiß ich jetzt schon, dass bei mir alles schlimmer als vorher sein wird. Ich werde nicht ausgiebig shoppen gehen, mich nicht mit Freunden treffen und sie endlich wieder umarmen. Ich werde weiter so zurückgezogen leben wie jetzt. Und es hat nichts damit zu tun, dass ich „den Teufel an die Wand male“ oder mir das jetzt schon einrede und dann natürlich so ende. Es ist ein Erfahrungswert. Eine Beobachtung aus den vielen Jahren mit Zwängen.

Es fällt mir jetzt schon schwer, rauszugehen. Ich schiebe die Male, an denen ich einkaufen muss, meist so weit ich kann nach hinten. Ich koordiniere sie teils in Hinblick auf andere Termine, die bei mir glücklicherweise derzeit selten sind. Aber wenn ich zu einem muss, dann kombiniere ich ihn mit einem Einkauf, um so selten wie möglich rauszugehen. Einerseits eben, weil ich es in der momentanen Pandemie-Situation für sinnvoll halte (was auch an meinem Wohnumfeld liegt, darauf komme ich gleich noch mal zurück). Andererseits aber auch, weil ich mich hier sicherer fühle. Nicht nur sicher vor Ansteckung, die sehe ich für mich nicht so unglaublich groß, weil ich zumindest von meiner Seite aus die Maßnahmen einhalte, nur mit Maske rausgehe, immer Abstand suche (das habe ich aber schon vorher getan). Es hängt auch damit zusammen, dass ich mich vorher schon zu Haus am sichersten gefühlt habe und die derzeitige Situation verstärkt das nunmal.

Ich wohne in einem sehr großen Haus. Es gibt hier ungefähr 150 Wohnungen. Zwei Aufzüge, ein Treppenhaus, das aber von den Etagen abgegrenzt ist, weswegen ich es nicht gern betrete.
Dieses Haus zu verlassen oder zu betreten, birgt ein größeres Kontaktrisiko als ein Spaziergang.
Im Schaukasten und neben den Bedienelementen der Aufzüge unten hängen Zettel, dass wir Mieter:innen auf den Abstand achten sollen. Der eine Aufzug ist für 13 Personen/1.000 kg zugelassen, der andere für 6 Personen/500 kg. Letzterer ist so der Standard, den ich aus Plattenbauten kenne. Darin können sich derzeit nur Personen aus einem Haushalt aufhalten, denn ein Abstand von 1,5 m ist nicht möglich. Der andere dürfte das zulassen, wenn eine Person bis ganz hinten durchtritt, die andere direkt hinter der Tür stehen bleibt. Das macht es dort also bis zu maximal vier Personen aus zwei Haushalten möglich, wenn diese jeweils vorn und hinten direkt nebeneinander stehen. Dementsprechend schnell kann es zu größeren Wartezeiten kommen (ich hoffe jedes Mal, dass der Aufzug leer ist, wenn er ankommt). Allerdings hält sich nicht jede:r daran.
Ich hatte es gerade bei meinem letzten Einkauf, dass ich bereits in dem kleinen Aufzug stand. Er hielt, davor eine Person. Es gab keine Maske und die Person wollte einsteigen. In mir wallte ganz kurz Panik auf (es fällt mir schwer, Menschen anzusprechen und ihnen dann auch noch eine Abfuhr zu erteilen, umso mehr), doch dann sagte ich nur sehr direkt: „Sie können hier nicht rein.“ Die Person trat zurück, hatte aber eindeutig Verärgerung im Gesicht stehen. Dieses Beispiel zeigt mir, dass es vielen Menschen egal ist. Und solche Konfrontationen sind nicht nur etwas, das derzeit eben gehäuft auftreten kann, vor allem, je öfter ich rausgehe, sondern für mich auch Stress. Es ist mir bislang nur einmal passiert (ich war in der ganzen Zeit acht Mal draußen[1], einmal davon kurz nacheinander, weil ein Teil meines Einkaufs verdorben war und ich den nicht einfach ersetzen konnte), aber ich denke eben auch, dass es daran liegt, dass ich überwiegend hier bin.

Das ist die eine Auswirkung.
Eine weitere wird sein, dass die derzeitigen Abstände verschwinden werden. Sie lassen ja jetzt bereits nach, seit die Maskenpflicht eingeführt worden ist (die meiner Ansicht nach sehr locker von vielen angewendet wird). Aber zumindest an Kassen habe ich bislang positive Erfahrungen beim Einhalten der Markierungen gemacht. Und dies ist ein Punkt, den ich derzeit genieße.
Wenn da keine Streifen mehr auf dem Boden kleben, werden die Menschen wieder an mir kleben. Das hat mich zuvor schon gestört. Das hat mich zuvor gelegentlich nahe einer Panik gebracht. Und nach all dem Abstand jetzt, der eine wundervolle Ruhepause auf dieser Ebene für mich ist, wird das umso schlimmer sein. Und auch das lässt mich wiederum bevorzugt hier bleiben.

Ansonsten erledige ich alle Wege zu Fuß.
Wenn ich nicht weiter von meiner Wohnung weg muss (ich hatte vor einiger Zeit einen Termin, zu dem ich eine Stunde pro Richtung mit den Öffentlichen unterwegs war), laufe ich alle Strecken. Ich kaufe deswegen nicht nur in der direkten Umgebung ein, ich laufe auch 3 – 4 km zum Supermarkt und anschließend mit dem Einkauf zurück. Das ist anstrengend, allein, weil meine Einkäufe jetzt größer sind, wo ich nur noch einmal pro Woche einkaufe, aber es erspart mir die Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel.

Und dann sind da die Sozialen Medien.
Im Grunde bin ich in meiner Blase recht gut geschützt. Ich umgebe mich mit Menschen, die die Situation mit Sinn und Verstand behandeln.
Aber natürlich bekomme ich auch anderes mit. Teils auch bewusst, indem ich durch Twitter-Trends etc. schaue. Ich glaube nicht, dass mir das schadet, weil ich mich durchaus auch abgrenze. Aber mir das anzuschauen, zeigt mir eben auch ein Stück mehr, was außerhalb meiner Blase so geschieht. Wie Menschen die gefassten Beschlüsse zu Lockerungen erleben (Stichwort: Schulöffnungen).

Es macht mir Sorge zu sehen, wie sich das derzeit alles entwickelt. Das ändert selbstverständlich nichts daran, wie andere Menschen damit umgehen. Ob sie die Maßnahmen für überzogen, für zu gering oder für passend halten. Ob sie sich daran halten oder nicht.
Dennoch sind da eben viele sorgenvolle Gedanken.

Die der Depression, die seit mittlerweile zwei Monaten durchgängig da ist, eben auch immer neues Futter geben. Und da ist eben nichts mit „einfach mal die Gedanken abstellen“. Das ist ohnehin ein so lapidar dahingeworfener Satz, der jeglicher Realität widerspricht. Doch unabhängig davon hilft es mir ja auch nichts, mich komplett vom Geschehen um mich herum abzugrenzen.
Selbstverständlich beobachte ich es, denn diese Änderungen gehen uns alle an. Wenn sie schiefgehen, werden sie sich negativ auf uns auswirken. Tritt das nicht ein … okay, das wäre wünschenswert.

„Geh doch mal mehr raus“ heißt es dann immer, gerade bei Depression.
Nein, das ist nichts, was mir derzeit helfen würde. Im Augenblick würde das alles nur verstärken, weil es eben mit zusätzlichem Stress für mich verbunden wäre.
Deswegen bleibt mir derzeit nichts anderes übrig, als auszuharren und abzuwarten. Genau etwas, das mit der Angststörung erneut schwierig ist. Angststörung – Ängste allgemein – gehen immer mit dem Bedürfnis nach Kontrolle einher. Aber derzeit ist so absolut nichts kontrollierbar. Nichts lässt sich absehen, es kann sich jederzeit alles ändern. Und das erhöht den Stress erneut.
Auch hier gilt für mich, ich versuche nicht allzu sehr darüber nachzudenken, was denn nicht alles kommen könnte, sofern ich es nicht muss. Ich denke nicht darüber nach, ob im Sommer nicht dies oder das oder jenes möglich sein wird, weil nichts planbar ist. Dennoch ist eben das Wissen über die absolute Ungewissheit da und das allein ist ausreichend, um weitere Unsicherheit zu schüren.

Wie geht ihr damit um?
Haben sich Erkrankungen bei euch durch die Situation verstärkt?
Oder ist euch das alles völlig egal?

Bis denne ☆

[1]
Als kleiner Vergleich, nach meinem üblichen Schema wären das inklusive heute (Donnerstag) achtundzwanzig Mal gewesen, Ostern ist mit berücksichtigt.