Deadname und neue Pronomen

Vor gut einem Jahr ist mir bewusst geworden, dass ich nicht-binär bin. Ungefähr ein halbes Jahr später habe ich euch von meinem seit langem gewählten Namen und dem daraus resultierten Pronomen erzählt.

Heute sieht die Welt für mich ein bisschen anders aus.

Der Name hat sich nicht geändert. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das je eintreten wird.
Was sich für mich anders anfühlt, ist meine Beziehung zu meinem bürgerlichen Namen.

Den Vornamen mochte ich nie wirklich. An meine Kindheit kann ich mich diesbezüglich nicht erinnern, weder positiv noch negativ. Es gab eine Phase, in der er sich gut abändern ließ, wo er mir durchaus willkommen war, aber kaum, dass diese endete, hatte ich viele Jahre zu tun, von dieser Abänderung – diesem Spitznamen – loszukommen. Und sehr ähnlich fühlt sich das jetzt auch an. Nicht so sehr, ihn loszuwerden, zumindest nicht im Internet, weil die Menschen, die mich umgeben, überwiegend respektvoll genug sind, darauf zu achten. Darüber hinaus habe ich das Thema noch nirgends angesprochen. Abgesehen von den Leuten, die mich ohnehin schon lange unter diesem selbstgewählten Namen kennen und ihn daher intuitiver verwenden als meinen bürgerlichen Vornamen.

Der Nachname war für mich den Großteil meines Lebens der erträglichere (mal davon abgesehen, dass ich viereinhalb Jahre lang noch einen anderen hatte, da ich ein uneheliches Kind war und die Hochzeit erst später kam). Allerdings gab es Menschen, die mich mit Spitznamen des Nachnamens aufzuziehen versucht haben. Sie sind gescheitert.
Wie dem auch sei, der Name stellt trotz allem Verbindungen dar, mit denen ich nicht ständig konfrontiert werden möchte. Da ist die Familienproblematik, wobei ich diese nicht vordergründig sehe. Aber der Name – eigentlich mein voller bürgerlicher Name – steht eben für die Person, die noch immer in meinem Ausweis steht, die in einem weiblichen Körper auf die Welt gekommen ist und weiblich gelesen wird.

Letztes Jahr war das okay, es war okay, wenn ich mit dem Namen angesprochen wurde, wobei ich Kuro eindeutig bevorzuge und es hat mich auch nicht gestört, hier oder da über diesen Namen zu stolpern.
Mittlerweile stört es mich jedes Mal. Ich will ihn nicht lesen, will ihn nicht hören, nichts.

Ihn im Ausweis einfach mal ändern zu lassen, geht nicht, soweit ich weiß.
Das akzeptiere ich für den Augenblick.
Aber online geht es eben durchaus anders.

Als Resultat habe ich mittlerweile alle Beiträge von meinem alten Blog gelöscht, der im nächsten Jahr ohnehin gelöscht wird. Ausschließlich die Ankündigung zu diesem Blog hier habe ich stehen lassen.
Ebenso habe ich alle alten Bilder, die bereits dort gepostet waren, mit Kuro versehen, alle Beiträge, in denen der Name erwähnt war, umgeschrieben, alle Verlinkungen zum alten Blog durch welche auf diesem hier ersetzt (letzteres war ohnehin sinnvoll).
Je weniger mein bürgerlicher Name – für mich fühlt er sich wie ein Deadname an – zu sehen ist, desto weniger kann er verwendet werden. Desto weniger muss ich ihn sehen.

Dies ist der eine Teil.

Der andere ist das Pronomen.

Wenn mir eines aufgefallen ist, dann, dass sich viele damit schwertun.
Es gibt ein paar Pronomen, die gängiger sind, darunter fiel meines aber nicht. Ich habe es ganz genau ein Mal in Verwendung gesehen.
Die Entscheidung K zu verwenden, hing damals ja damit zusammen, dass ich mich mit den mir bekannten Varianten hier nicht anfreunden konnte, weder den deutschsprachigen wie sier oder xier (kann ich bis heute nicht, sie sind mir weiterhin zu nahe am binären sie und er), noch mit anderen, die ich gefunden habe und ebenfalls nicht mit dem englischsprachigen they/them.

Vor wenigen Wochen (oder nur Tagen? mein Zeitgefühl ist im Eimer) kam mir der Gedanke an die Anlehnung an die englischsprachigen, aber in eher deutschsprachiger Schreibweise (so man das so nennen kann).
Sey/sem.
Weich gesprochenes S, wie im Deutschen üblich.
Doch zugleich hatte ich Zweifel, ob das geht. Spricht da vielleicht etwas völlig dagegen? Ich habe keinerlei sprachwissenschaftlichen Hintergrund, ich habe das nicht auf einer Liste gesehen und war daher unsicher. Aber sie gefielen mir. They/them sind sehr bekannt, der Umgang damit für viele – zumindest aus der Bubble – bereits vertraut.
Ich habe eine Weile mit mir gerungen, mich jetzt aber dafür entschieden.

Die Nutzung ist recht simpel, ähnlich wie in englischsprachigen Sätzen, zusätzlich kann auch seir bzw. seirs zum Einsatz kommen.

Ash formuliert es wie folgt für they/them:

Also: „They mag Katzen.“, „Katzen mögen them,“ „Die Katze hat their Hemd kaputt gemacht“, „Der Teller ist theirs.“ und so weiter.

(schaut mal in dem Beitrag vorbei, der ist allgemein interessant und zählte letztes Jahr schon zu den Seiten, die ich verschlungen habe)

Übertragen auf sey/sem sähe das dann so aus:
Sey mag Katzen.
Katzen mögen sem.
Die Katze hat seir Hemd kaputt gemacht.
Der Teller ist seirs.

Die Aussprache ist wie bei den englischsprachigen Wörtern, nur ohne „th“, sondern weichem „s“.

Auch hier habe ich mittlerweile alles geändert (so ich nichts übersehen habe). Soziale Medienplattformen wie Twitter und Instagram, aber auch Foren, wo ich das im Profil eingetragen habe.
Ebenfalls habe ich mich dafür entschieden in Gesprächen auf Englisch zum recht gängigen they/them überzugehen. Dort hat es mich auch nie gestört, weil das ja ohnehin Wörter dieser Sprache sind, nur im Deutschen konnte ich mich für mich nicht damit anfreunden. Jetzt ist es halt ähnlich, wenn auch nicht exakt dasselbe.

Benutzt ihr für euch Neopronomen?
Habt ihr es auch schon mal gewechselt?
Kommt ihr gut damit zurecht, für andere Menschen Neopronomen zu verwenden anstelle binärer Pronomen?

Bis denne ☆

Mein SuB 2020

Irgendwie mag ich es, einmal im Jahr über meinen SuB zu schreiben, weil das immer auch einen guten Vergleich bietet.
Und da ich vor 52 wie auch 102 Wochen darüber gebloggt habe, war der heutige Tag schon seit langem für diesen Post vorgemerkt.

Erneut habe ich mich am Foto aus dem Vorjahr orientiert.

Ja, der linke Stapel sieht immer noch gleich aus. Das ist halt der, auf dem die vor zwei Jahren erwähnten Bücher liegen, die ich entweder übernommen habe oder die zu einer Reihe gehören. Naja, nicht nur, aber überwiegend.

Als erstes fällt sonst vermutlich auf, dass es ein Stapel weniger ist.
Überwiegend gleicht der zweite Stapel tatsächlich fast noch dem vom letzten und vorletzten Jahr.
Eigentlich sind nur drei Bücher einer Reihe verschwunden.

Wirklich verändert hat sich deswegen eigentlich nur der Rest.
Das liegt einerseits daran, dass ich die englischsprachige Ausgabe der „Twilight“-Saga letztes Jahr doch noch gelesen habe. Außerdem sind da ein paar Bücher dabei, die ich zu lesen begonnen, doch dann abgebrochen habe. Eines lese ich aktuell. Und andere habe ich dann eben mittlerweile ganz normal vom SuB genommen, indem ich sie komplett gelesen habe.

Dafür liegt weiterhin kein neues Buch auf dem SuB.
Denn ich habe mich weiterhin daran gehalten, kaum Bücher zu kaufen. Die wenigen Ausnahmen, die ich gemacht habe, sind bereits gelesen. Außer dem einen Buch, das aber noch nicht auf dem Foto enthalten ist, weil ich das Foto schon gemacht hatte, als ich das Buch in Händen halten durfte. Aber es wird dort auch keinen wirklich Platz finden, vermute ich, weil es eher auf dem Stapel der gelesenen Bücher landen wird.

E-Books waren übrigens im vergangenen Jahr wieder nicht dabei, aber immerhin wird der physische SuB dadurch weiterhin kleiner.
Wobei ich denke, ein Teil wird noch sehr lange liegen. Das sind halt einerseits die übernommenen Bücher. Auf Themen wie bei diesen habe ich irgendwie nur alle paar Ewigkeiten mal Lust und das kann auch noch ein paar Jahre dauern.
Andere schaffe ich vom Thema her einfach nicht (eines darunter – „Das Monster, die Hoffnung und ich“ – dreht sich beispielsweise um Depression).
Aber es geht voran. Langsam, aber immerhin.

SuB:

Ungelesene, selbst ausgewählte Bücher:
Luca Di Fulvio – Das Kind, das nachts die Sonne fand
Wolfgang Hohlbein – Intruder
Wolfgang Hohlbein – Raven – Schattenreiter
Stephan Harbort – Killerfrauen
Alexandre Dumas – Die drei Musketiere
Charlotte Roche – Schoßgebete
Helene Henke – Totenmaske
Sally Brampton – Das Monster, die Hoffnung und ich
p.d. James – Der Tod kommt nach Pemberley
Wolfgang & Heike Hohlbein – Der Greif
Kiera Cass – The Selection
Kiera Cass – The Elite
Kiera Cass – The One
Wolfgang Hohlbein – Nemesis – Die Stunde des Wolfs
Wolfgang Hohlbein – Nemesis – Morgengrauen
Hans-Ulrich Grimm – Katzen würden Mäuse kaufen

Selbst ausgewählt, kostenlos:
Sarah Lee Hawkins – Gewitter der Liebe
Robyn Lee Burrows – Weil die Sehnsucht ewig lebt
Sarah Lark – Das Gold der Maori
Sarah Lark – Im Land der weißen Wolke
Lesley Pearse – Das helle Licht der Sehnsucht
Laura Walden – Der Fluch der Maorifrau
Ken Follett – Die Säulen der Erde
Marcel Montecino – Kalt wie Gold

Geschenk, Band aus einer Reihe
Wolfgang & Heike Hohlbein – Runenschild – Die Legende von Camelot III

E-Books (nicht auf dem Foto):
Dieter R. Fuchs – Hannya – im Bann der Dämonin
Axel Hollmann – Benzin – Ein Fall für Julia Wagner
Cathy Yardley – Painless Promotion: Strategy – A Simple System for Marketing Your Novel
Cathy Yardley – Painless Promotion: Genre & Voice – Figuring Out Your Genre, Finding Your Voice
Cathy Yardley – Write Every Day – A Simple System for Writing Your Novel
Cathy Yardley – Rock Your Revisions – A Simple System for Revising Your Novel
Drachenmondverlag-Anthologie – Wenn Drachen fliegen

Wie groß ist euer SuB?
Achtet ihr bewusst darauf, ihn zu verkleinern?
Welcher Anteil ist größer – Prints oder E-Books?

Bis denne ☆

Depression, OCD, Anxiety und Corona

Ich hatte eigentlich nie vor, wirklich über Corona zu schreiben. Doch da mir das Thema viel im Kopf umhergeht, tue ich es jetzt doch.

Für mich ist es heute Tag 50, seit ich mit StayHome begonnen habe. Und auch die Kontaktbeschränkungen laufen mittlerweile seit sechseinhalb Wochen, wenn ich mich nicht täusche (mein Zeitgefühl ist bereits völlig im Eimer). „Seit ich mit StayHome begonnen habe“ bedeutet in dem Fall nur, dass ich ab da aus meinem üblichen Rhythmus ausgebrochen bin. Was die erste auffällige Veränderung für mich hinsichtlich meiner Zwänge darstellt.
Und an diesem Punkt kommt für mich auch bereits die erste kleine Auswirkung zum Tragen.

Zwänge zu ändern, ist unglaublich schwierig. Und mein Alltag besteht zum großen Teil aus Zwängen. Aus zwangsartigen Routinen. Eine davon war, an vier festen Tagen in der Woche rauszugehen, meist einen kleinen Einkauf zu machen und an den anderen Tagen zu Haus zu bleiben. Nun gehe ich durchschnittlich höchstens einmal die Woche raus.
Diese Veränderung durchzuführen, war sogar relativ leicht. Was mich nicht gewundert hat. Veränderungen, die von außen herbeigeführt werden, fallen zumindest mir einfacher (ich kann nicht für andere Menschen mit Zwängen sprechen, das gilt für alles, was ich in diesem Beitrag schreibe). Gerade wenn es sich um eine Situation wie die derzeitige handelt.

Allerdings spüre ich bereits jetzt – wo wir noch am Anfang der Pandemie stehen -, dass sich die Auswirkungen für mich später negativ zeigen werden. Ich erlebe das im Grunde bereits jetzt. Und da meine Zwänge eben oft Routinen sind, zu einer Normalität werden, ist es hinterher auch nicht so, dass ich einfach wieder auf das Davor zurückgehen kann. Das heißt in dem Fall, dass ich auch hinterher so selten rausgehen werde. Alles andere wird extrem harte Arbeit werden. So wie jedes Aufbrechen von Zwängen, ohne äußere Notwendigkeit.
Während ich schon Stimmen gelesen habe, was andere tun werden, wenn wir uns wieder sorgenfrei draußen bewegen können, weiß ich jetzt schon, dass bei mir alles schlimmer als vorher sein wird. Ich werde nicht ausgiebig shoppen gehen, mich nicht mit Freunden treffen und sie endlich wieder umarmen. Ich werde weiter so zurückgezogen leben wie jetzt. Und es hat nichts damit zu tun, dass ich „den Teufel an die Wand male“ oder mir das jetzt schon einrede und dann natürlich so ende. Es ist ein Erfahrungswert. Eine Beobachtung aus den vielen Jahren mit Zwängen.

Es fällt mir jetzt schon schwer, rauszugehen. Ich schiebe die Male, an denen ich einkaufen muss, meist so weit ich kann nach hinten. Ich koordiniere sie teils in Hinblick auf andere Termine, die bei mir glücklicherweise derzeit selten sind. Aber wenn ich zu einem muss, dann kombiniere ich ihn mit einem Einkauf, um so selten wie möglich rauszugehen. Einerseits eben, weil ich es in der momentanen Pandemie-Situation für sinnvoll halte (was auch an meinem Wohnumfeld liegt, darauf komme ich gleich noch mal zurück). Andererseits aber auch, weil ich mich hier sicherer fühle. Nicht nur sicher vor Ansteckung, die sehe ich für mich nicht so unglaublich groß, weil ich zumindest von meiner Seite aus die Maßnahmen einhalte, nur mit Maske rausgehe, immer Abstand suche (das habe ich aber schon vorher getan). Es hängt auch damit zusammen, dass ich mich vorher schon zu Haus am sichersten gefühlt habe und die derzeitige Situation verstärkt das nunmal.

Ich wohne in einem sehr großen Haus. Es gibt hier ungefähr 150 Wohnungen. Zwei Aufzüge, ein Treppenhaus, das aber von den Etagen abgegrenzt ist, weswegen ich es nicht gern betrete.
Dieses Haus zu verlassen oder zu betreten, birgt ein größeres Kontaktrisiko als ein Spaziergang.
Im Schaukasten und neben den Bedienelementen der Aufzüge unten hängen Zettel, dass wir Mieter:innen auf den Abstand achten sollen. Der eine Aufzug ist für 13 Personen/1.000 kg zugelassen, der andere für 6 Personen/500 kg. Letzterer ist so der Standard, den ich aus Plattenbauten kenne. Darin können sich derzeit nur Personen aus einem Haushalt aufhalten, denn ein Abstand von 1,5 m ist nicht möglich. Der andere dürfte das zulassen, wenn eine Person bis ganz hinten durchtritt, die andere direkt hinter der Tür stehen bleibt. Das macht es dort also bis zu maximal vier Personen aus zwei Haushalten möglich, wenn diese jeweils vorn und hinten direkt nebeneinander stehen. Dementsprechend schnell kann es zu größeren Wartezeiten kommen (ich hoffe jedes Mal, dass der Aufzug leer ist, wenn er ankommt). Allerdings hält sich nicht jede:r daran.
Ich hatte es gerade bei meinem letzten Einkauf, dass ich bereits in dem kleinen Aufzug stand. Er hielt, davor eine Person. Es gab keine Maske und die Person wollte einsteigen. In mir wallte ganz kurz Panik auf (es fällt mir schwer, Menschen anzusprechen und ihnen dann auch noch eine Abfuhr zu erteilen, umso mehr), doch dann sagte ich nur sehr direkt: „Sie können hier nicht rein.“ Die Person trat zurück, hatte aber eindeutig Verärgerung im Gesicht stehen. Dieses Beispiel zeigt mir, dass es vielen Menschen egal ist. Und solche Konfrontationen sind nicht nur etwas, das derzeit eben gehäuft auftreten kann, vor allem, je öfter ich rausgehe, sondern für mich auch Stress. Es ist mir bislang nur einmal passiert (ich war in der ganzen Zeit acht Mal draußen[1], einmal davon kurz nacheinander, weil ein Teil meines Einkaufs verdorben war und ich den nicht einfach ersetzen konnte), aber ich denke eben auch, dass es daran liegt, dass ich überwiegend hier bin.

Das ist die eine Auswirkung.
Eine weitere wird sein, dass die derzeitigen Abstände verschwinden werden. Sie lassen ja jetzt bereits nach, seit die Maskenpflicht eingeführt worden ist (die meiner Ansicht nach sehr locker von vielen angewendet wird). Aber zumindest an Kassen habe ich bislang positive Erfahrungen beim Einhalten der Markierungen gemacht. Und dies ist ein Punkt, den ich derzeit genieße.
Wenn da keine Streifen mehr auf dem Boden kleben, werden die Menschen wieder an mir kleben. Das hat mich zuvor schon gestört. Das hat mich zuvor gelegentlich nahe einer Panik gebracht. Und nach all dem Abstand jetzt, der eine wundervolle Ruhepause auf dieser Ebene für mich ist, wird das umso schlimmer sein. Und auch das lässt mich wiederum bevorzugt hier bleiben.

Ansonsten erledige ich alle Wege zu Fuß.
Wenn ich nicht weiter von meiner Wohnung weg muss (ich hatte vor einiger Zeit einen Termin, zu dem ich eine Stunde pro Richtung mit den Öffentlichen unterwegs war), laufe ich alle Strecken. Ich kaufe deswegen nicht nur in der direkten Umgebung ein, ich laufe auch 3 – 4 km zum Supermarkt und anschließend mit dem Einkauf zurück. Das ist anstrengend, allein, weil meine Einkäufe jetzt größer sind, wo ich nur noch einmal pro Woche einkaufe, aber es erspart mir die Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel.

Und dann sind da die Sozialen Medien.
Im Grunde bin ich in meiner Blase recht gut geschützt. Ich umgebe mich mit Menschen, die die Situation mit Sinn und Verstand behandeln.
Aber natürlich bekomme ich auch anderes mit. Teils auch bewusst, indem ich durch Twitter-Trends etc. schaue. Ich glaube nicht, dass mir das schadet, weil ich mich durchaus auch abgrenze. Aber mir das anzuschauen, zeigt mir eben auch ein Stück mehr, was außerhalb meiner Blase so geschieht. Wie Menschen die gefassten Beschlüsse zu Lockerungen erleben (Stichwort: Schulöffnungen).

Es macht mir Sorge zu sehen, wie sich das derzeit alles entwickelt. Das ändert selbstverständlich nichts daran, wie andere Menschen damit umgehen. Ob sie die Maßnahmen für überzogen, für zu gering oder für passend halten. Ob sie sich daran halten oder nicht.
Dennoch sind da eben viele sorgenvolle Gedanken.

Die der Depression, die seit mittlerweile zwei Monaten durchgängig da ist, eben auch immer neues Futter geben. Und da ist eben nichts mit „einfach mal die Gedanken abstellen“. Das ist ohnehin ein so lapidar dahingeworfener Satz, der jeglicher Realität widerspricht. Doch unabhängig davon hilft es mir ja auch nichts, mich komplett vom Geschehen um mich herum abzugrenzen.
Selbstverständlich beobachte ich es, denn diese Änderungen gehen uns alle an. Wenn sie schiefgehen, werden sie sich negativ auf uns auswirken. Tritt das nicht ein … okay, das wäre wünschenswert.

„Geh doch mal mehr raus“ heißt es dann immer, gerade bei Depression.
Nein, das ist nichts, was mir derzeit helfen würde. Im Augenblick würde das alles nur verstärken, weil es eben mit zusätzlichem Stress für mich verbunden wäre.
Deswegen bleibt mir derzeit nichts anderes übrig, als auszuharren und abzuwarten. Genau etwas, das mit der Angststörung erneut schwierig ist. Angststörung – Ängste allgemein – gehen immer mit dem Bedürfnis nach Kontrolle einher. Aber derzeit ist so absolut nichts kontrollierbar. Nichts lässt sich absehen, es kann sich jederzeit alles ändern. Und das erhöht den Stress erneut.
Auch hier gilt für mich, ich versuche nicht allzu sehr darüber nachzudenken, was denn nicht alles kommen könnte, sofern ich es nicht muss. Ich denke nicht darüber nach, ob im Sommer nicht dies oder das oder jenes möglich sein wird, weil nichts planbar ist. Dennoch ist eben das Wissen über die absolute Ungewissheit da und das allein ist ausreichend, um weitere Unsicherheit zu schüren.

Wie geht ihr damit um?
Haben sich Erkrankungen bei euch durch die Situation verstärkt?
Oder ist euch das alles völlig egal?

Bis denne ☆

[1]
Als kleiner Vergleich, nach meinem üblichen Schema wären das inklusive heute (Donnerstag) achtundzwanzig Mal gewesen, Ostern ist mit berücksichtigt.

Leserückblick April

Letzten Monat habe ich euch ein Buch gezeigt, das ich noch nicht beendet hatte.
Und das gilt diesen Monat ebenfalls.

Dennoch habe ich diesen Monat „Tötet uns alle“ von Dan Wells gelesen. Die Ausgabe, die ich besitze, umfasst die komplette „Partials“-Trilogie und somit etwas mehr als 1.500 Seiten.
Aus exakt diesem Grund bin ich auch noch nicht fertig.
Genauer gesagt habe ich an 16 Tagen im April in dem Buch gelesen, insgesamt waren es 864 Seiten, also für mich völlig okay.

Zu dem Buch selbst äußere ich mich noch nicht, da ich ja noch ein bisschen mehr zu lesen habe.
Auch dann wird es keine wirkliche Rezi geben, aber aufgrund der Thematik des Buches werde ich vielleicht ein paar Worte hier lassen.

Habt ihr im April viel gelesen?
Hattet ihr ein Lesehighlight?
Habt ihr schon mal Bücher von Dan Wells gelesen?

Bis denne ☆

Die Unzumutbarkeit von Schulöffnungen für Kinder

Ich weiß, nicht jeder wird meine Meinung teilen. Und zumindest ein Teil derjenigen mit anderer Meinung hat auch gute und berechtigte Gründe dafür (wenn nicht sogar alle).

Dennoch verstehe ich nicht, wieso hier in Deutschland bereits so viel die Lockerung der Maßnahmen verlangt wird und mir graut ganz ehrlich davor, dass es geschieht.
Eigentlich hat es ja schon begonnen. Testphase.

Wenn ich mich draußen umschaue, dann sehe ich teils kaum Menschen, die eine Maske tragen (ich verwende diesen Begriff, weil es ja um Mundschutz bereits diverse Diskussionen gab, ob der Begriff gerechtfertigt ist, wenn es sich nur um OP-Masken, selbstgenähte aus Stoff etc. geht, außerdem ist das Wort kürzer). Das schwankt, aber es sind eindeutig zu wenige. Und ebenso gibt es immer noch viel zu viele Menschen, die viel zu wenig auf ausreichend Abstand achten. Sei es im Supermarkt oder in Bahnhöfen – wo es aber auch nicht immer möglich ist – oder sei es aber auch draußen auf den Wegen. Da laufe ich, gehe an den Rand, aber die mir entgegenkommende Person bewegt sich nicht an den Rand auf der anderen Seite, sondern bleibt mitten auf dem Weg. Wenigstens 1,5 m Abstand? Fehlanzeige. Maske? Fehlanzeige.

Ebenso ist mir durch die derzeitige Situation auch bewusst geworden, wie viele Baustellen es gibt. Nicht die großen, sondern gern kleine, gern welche, die nur ein paar Stunden am Tag existieren bzw. immer wieder versetzt werden (ich konnte die letzten zwei Tage vom Fenster aus Bauarbeiten beobachten, bei denen der Fußweg zeitweise ganz oder teils gesperrt war). Diese kann man allein für einen Spaziergang gar nicht planen. „Ich gehe ja nur spazieren und weiche aus.“ Wenn aber genau der Weg zum Park, wo es genügend Abstand gibt, davon betroffen ist, kann man nicht ausweichen. Das ist mein Grund für eine generelle Maskenpflicht zu sein, auch wenn mir bewusst ist, dass es dementsprechend auch ausreichend Masken geben müsste. Allerdings ist die Produktion diesbezüglich am fortschreiten, soweit ich das beobachten kann. Und ich habe bereits zu viele Aussagen gehört, dass Menschen erst dazu greifen, wenn es tatsächlich verpflichtend ist. Die Pflicht ist also anscheinend unumgänglich, denn der gesunde Menschenverstand fehlt mir bei einigen an dem Punkt.

Das als eine Art Einleitung, denn im Endeffekt dürften die meisten, die das hier lesen erwachsen sein und solange es an einer Verpflichtung fehlt, müssen sie die Entscheidung selbst treffen und meine Worte werden dabei vermutlich kein großes Gewicht haben.

Der Punkt, auf den ich eigentlich hinaus will, ist ein ganz anderer.

Aus all den bereits angesprochen und diskutierten Lockerungsmaßnahmen möchte ich mir einen herausgreifen: Die Öffnung der Schulen (und da es ab 30.04. in Berlin auch die Spielplätze betreffen soll, kann ich diese eigentlich auch mit einschließen).

Diese Öffnung soll stufenweise stattfinden, dennoch ist immer wieder die Rede von Einhaltung der Maßnahmen. Dazu zählt der Mindestabstand, dazu zählen die Masken und der korrekte Umgang mit diesen. Und allein da frage ich mich, ob denjenigen, die die Öffnung verlangen, bewusst ist, was sie damit von den Kindern erwarten.

Wer von euch achtet darauf, wie oft si_er sich ins Gesicht fasst? Was si_er vorher berührt hat? Mit der ganzen Hand? Mit nur einem Finger? Wie oft fasst ihr euch unbewusst ins Gesicht?
Ja, unbewusst. Denn das passiert eben sehr viel häufiger als es uns bewusst ist.

Warum ich das anspreche? Weil mein Bewusstsein diesbezüglich verändert ist.
Ich habe im letzten Jahr über meine Ängste geschrieben, die sich um Ansteckung drehen. Vorwiegend um Ansteckung mit Krankheiten, die per Berührung übertragen werden. Und genau deswegen achte ich – sobald ich die Sicherheit meiner Wohnung verlasse – sehr genau darauf, was ich wie berühre, inwiefern ich mir ins Gesicht fasse usw. Und ich weiß daher ebenfalls, wie viel Konzentration und Energie es braucht, genau dies zu tun.

Wie lange könnt ihr euch darauf konzentrieren, das lückenlos nachzuverfolgen? Bei Berührung entsprechend die Hände zu waschen?
Da krabbelt es an der Wange und die Hand geht automatisch ins Gesicht. Derzeit sollte – eben bei Öffnung der Schulen – die Maske sitzen, die man nicht berühren soll, was eben das korrekte sorgfältige Händewaschen nach sich ziehen muss.
Wie lange könnt ihr euch darauf konzentrieren? Und nebenbei noch etwas anderes tun? Denn dafür sitzen die Kinder und Teenager in den Schulen. Sie müssen eigentlich die Konzentration für das Unterrichtsgeschehen aufbringen. Und sollen parallel dazu aber darauf achten, nicht unbewusst etwas anzufassen, sich ins Gesicht bzw. gegen die Maske zu fassen.
Mal wirklich, wie lange schafft ihr das? Lückenlos!

Ich hatte den Vorteil, in das hineinzuwachen. Denn meine Ängste sind gewachsen und damit bin ich stufenweise in diese Aufmerksamkeit gerutscht.
Das ist derzeit nicht möglich. Wenn die Schulen geöffnet werden, müssen die Schüler_innen es sofort beherrschen. Jeglichen Abstand korrekt einzuhalten, die Masken korrekt anzuwenden, dem Unterrichtsgeschehen zu folgen.
Davon, dass es Schulen gibt, die nicht einmal das gründliche Händewaschen ermöglichen, spreche ich dabei noch gar nicht (selbst das Kolleg, in dem ich meinen Volkshochschulkurs besuche (derzeit natürlich nicht) – eine Schule für Erwachsene – hat zumindest im Nebengebäude nur Kaltwasser, aber immerhin Seife).

Warum ich das hier gerade alles schreibe?
Weil ich eben weiß – aus ganz persönlicher Erfahrung heraus -, wie anstrengend es ist, darauf zu achten.
Und ich eben kein Kind bin.
Seit wann können Kinder das leisten, was vielleicht Erwachsene umgesetzt bekommen. Und ja, ich betone dieses eine Wort ganz bewusst, denn auch für Erwachsene braucht das bereits viel Anstrengung. Für Kinder ist so etwas aus meiner Sicht absolut unzumutbar.

(Die erwähnten Spielplatzöffnungen laufen auf dasselbe Prinzip hinaus. Kinder vergessen beim Spielen und das sollen sie auch. Nun sollen sie sich permanent an die Abstandsregeln erinnern, sich nicht ins Gesicht fassen, sich nicht die Strähne aus dem Gesicht streichen, die vom Wind dorthin geweht worden ist, nachdem sie sich am Klettergerüst, an der Schaukel oder woran auch immer festgehalten haben, die vorher von anderen Kindern berührt worden sind. Denn genau das ist es, was der verantwortungsvolle Umgang mit sich bringt.)

Hat jemand von euch ebenfalls Erfahrungen damit?
Traut ihr euch selbst das zu?
Wollt ihr das Kindern zumuten?

Bis denne ☆

Meine Schreibutensilien Teil 5

Eigentlich war da die Idee eines ganz anderen Themas.
Aber dann habe ich festgestellt, dass ich meine Gedanken jetzt nicht ausreichend sortiert bekomme, also muss das noch ein bisschen warten.

Exakt betrachtet geht es heute gar nicht um Schreibutensilien, denn schreiben kann man damit nicht.
Dennoch glaube ich, dass dieses Utensil (es sind bei mir zwei verschiedene, aber sie erfüllen denselben Zweck) sehr sinnvoll ist, auch wenn ich jahrelang davon abgesehen habe.

Es handelt sich um Auflagen für die Handgelenke bzw. Unterarme beim Arbeiten am PC.

Ich habe mich vor eineinhalb Jahren für diese beiden Modelle entschieden, als bei mir ein Tennisellenbogen diagnostiziert worden ist. Das war auch erst der Grund, der mich an diese Auflagen herangeführt hat, bis dahin habe ich um sowas einen großen Bogen gemacht.

Ich kannte vor allem die Mousepads, bei denen diese Auflage integriert ist. Ich habe ein solches auch kurz ausprobiert, aber ich komme mit Mousepads einfach nicht zurecht. Wie ihr auf dem Foto auch sehen könnt, ist der Auszug, den ich für Tastatur und Maus habe ziemlich groß (Maße (B x T): 80 x 50 cm). Ich mag es nicht, wenn mein Bewegungsspielraum mit der Maus nach gefühlt wenigen Zentimetern endet. Erst recht nicht, seit ich zwei Monitore habe. Deswegen ist damals mit dem neuen Schreibtisch auch dieser größere Auszug unter die Tischplatte gewandert, da das ohnehin eine Selbstkonstruktion ist, war ich frei in der Entscheidung (vorher hatte ich nur 60 cm Breite und das war mir manchmal schon zu wenig, die Tiefe hat den Vorteil, dass ich die Tastatur bis nach hinten schieben und dennoch einen A4-Block davor legen kann, dafür lege ich die Ablage dann links an die Seite).

Die Auflage vor der Maus ist fester und etwas flacher als die vor der Tastatur. Beide sind mit Gel gefüllt. Die vor der Tastatur beinhaltet noch ein weiteres Teil, mit der sie noch mehr erhöht werden kann.

Es gibt auch Tastaturen, die vorn schon eine Ablage haben, wobei diese für gewöhnlich aus Kunststoff sind, meine ich. Den Effekt des weichen Untergrunds und erhöhten Ablegens der Handgelenke bzw. Unterarme erreicht man damit einfach nicht. Es ist gewöhnungsbedürftig damit zu schreiben und ich habe mich anfangs unglaublich oft vertippt. Aber es ist nach einer Weile sehr angenehm.
Ich habe auch vorher schon oft erhöht geschrieben, also die Unterarme nicht auf dem Auszug abgelegt, sondern sie wie beim Klavierspielen schweben lassen. Was besser für die Handgelenke ist, damit die Hände nicht so nach oben gekippt sind. Aber das ist auf Dauer anstrengend, weil man die Arme die ganze Zeit halten muss und es irgendwann nicht mehr tut. Obwohl ich bewusst darauf geachtet habe, habe ich auch irgendwann die Arme abgelegt. Dem entgehe ich mit dieser Auflage. Zusätzlich liegen die Unterarme weich gepolstert, was ich gerade an den Tagen, an denen ich im Ellenbogen Schmerzen spüre, als sehr angenehm empfinde.

Die Suche nach den Auflagen war recht zeitaufwändig. Einerseits gibt es ein großes Angebot, andererseits sind die Bewertungen oft sehr gemischt. Gerade die Auflage vor der Tastatur war dabei auch nicht ganz so preiswert (hier war das Angebot auch weit kleiner als bei der anderen) und sie war die einzige, die mir überhaupt zugesagt hat. Wer sich dafür entscheidet: Der Chemiegeruch in den Bewertungen war wirklich intensiv und hat sich auch eine Weile gehalten, aber mittlerweile ist das völlig okay.

Nutzt ihr solche Auflagen?
Oder haltet ihr sie für überflüssig?
Wenn ja, habt ihr Empfehlungen?

Bis denne ☆

Bands, die ich liebe – DaizyStripper

 
 
Nachdem der Bandbeitrag im Februar ausgefallen ist, stand für den März die letzte meiner absoluten Lieblingsbands auf dem Plan (und damit muss die vom Februar noch ein bisschen weiter nach hinten weichen). Vom Rest ist ja nur Gazette noch aktiv (FeaDior, Jewel und Silverchair nicht) und mit DaizyStripper komme ich zu einer weiteren aktiven Band.  
 
Gegründet 2007, habe ich bereits 2008 von ihnen gehört, als sie in den USA auf einer Convention gespielt haben, auf die Bekannte von mir gegangen sind. Doch zu der Zeit waren sie eine von vielen Bands, die ich ganz gern mochte.  
 
Das ging so bis zum Jahresbeginn 2011. Im Sommer zuvor hatten sie an einem Tag ihre ersten beiden Alben veröffentlicht und einen Monat später an zwei Tagen Lives dazu gehabt. Am ersten Tag wurde das eine der beiden Alben gespielt und zusätzlich ein paar ältere sowie ein bis zwei neue Songs, am zweiten Tag das andere Album und ebenfalls der Rest. Diese beiden Konzerte kamen im Januar 2011 als Live-Album raus. Nur auditiv, nicht als DVD. Und genau das habe ich mir bestellt. Dieses Live-Album – bestehend aus 39 Songs bzw. zwei kompletten Konzerten – hat gerade einmal 20,00 € gekostet, was extrem wenig ist. Und genau deswegen hatte ich es auch schon vorbestellt.  
Das Album kam an (überraschenderweise sogar genau am Erscheinungstag) und das wars gewesen. Der Band zuzuhören, all das Lachen während der Songs, all der Spaß, den die Mitglieder auf der Bühne hatten … es war sehr ansteckend und ich bin der Band damit komplett verfallen.  
Seitdem sind mittlerweile gut neun Jahre vergangen (und ich frage mich gerade, wo die Zeit geblieben ist).  
 
Gleich das erste Jahr war rasant.  
Die Band kündigte eine Single und ein Album an, wovon zumindest die Single wegen des Erdbebens und Tsunamis ein wenig nach hinten geschoben werden musste. Aufgrunddessen zogen DaizyStripper mit zwei weiteren Bands (A und FEST VAINQUEUR) ein Projekt namens BLUE PLANET JAPAN auf. Sie produzierten mit vielen weiteren Musikern einen Song mit dem Titel 「ひとつだけ~We Are The One~」 (hitotsu dake ~We Are The One~), das in der Art wie „We are the world“ ist. Einen Ausschnitt davon hänge ich bei den Videos mit ran.  
Zusätzlich zu den bereits erwähnten Releases, sind 2011 zwei weitere Singles und ein weiteres Album erschienen. Und gleich im Januar 2012 folgte noch ein Album.  
Danach schaltete die Band endlich einen Gang zurück. „Endlich“, weil das einerseits ganz schön was aus meinem Geldbeutel gefressen hat und andererseits auch so eine Band irgendwann ziemlich schlaucht. Immerhin gehört gerade bei Indie-Bands in der VK-Szene nicht nur das Touren dazu, sondern auch die Instore-Events. Diese haben sie meist mit den Konzerten gekoppelt, wenn sie in einer Stadt waren, haben sie am Tag zuvor oder am selben Tag irgendwann vor dem Konzert noch ein oder teils auch zwei Instores durchgezogen. Dennoch ist das natürlich auf längere Sicht viel Stress. Und zumindest die Alben waren immer mit großen Touren gekoppelt. Ich weiß nicht mehr, ob es damals auch schon so war, aber mittlerweile ist es bei DaizyStripper üblich, dass so eine Tour durch alle 47 Präfekturen Japans geht. In ein paar Städten sind es dann auch zwei Konzerte, sodass sie pro Tour auf ungefähr 55 Auftritte plus die Instores kommen.  
 
Leider sind DaizyStripper in all den Jahren noch nicht zu einer Tour in Europa unterwegs gewesen (kleine Asien-Touren gab es bereits ein paar Mal oder vereinzelte Convention-Auftritte).  
 
Die Releases sind weniger geworden (zumindest in kurzen Zeiträumen), wobei sie 2013 eine sogenannte 5-month-consecutive-release-campaign hatten (das gibts in unterschiedlicher Menge, eine Band hat derzeit eine über 12 Monate laufen). Jeden Monat gab es eine Single, die aber immer nur eine statt üblicherweise zwei B-Seiten mit sich brachte. Und diese fünf Songs waren dann auch auf dem nächsten Album zu finden, das ist nämlich auch nicht immer so, manche Singles stehen für sich allein.  
 
Dann haben sie 2013 verkündet, dass ihr Lead-Gitarrist sich ab Anfang 2014 in eine Pause zurückziehen würde. Nicht selten bedeutet das früher oder später den Ausstieg oder sogar das Ende der Band, für mich war die Ankündigung damals deswegen auch sehr aufwühlend. Dennoch machten sie zu viert weiter, veröffentlichten eine Single und das Album, auf dem eben auch die oben erwähnten fünf Singles mit drauf waren.  
Glücklicherweise stieß der Gitarrist ab November 2014 wieder zur Band, auch wenn er mit dem anderen die Positionen tauschte (die Positionen für Lead- und Rhythm-Gitarristen sind in diesen Bands ziemlich fix und haben hierbei außerdem die Reihenfolge in der Auflistung der Band-Mitglieder verändert – Lead-Gitarristen zuerst -, dasselbe gilt für ihre Positionen auf der Bühne, Lead-Gitarristen stehen aus Zuschauersicht auf der rechten Seite der Bühne, Rhythm-Gitarristen auf der linken).  
Mit diesem Ereignis kam eine neue Single auf den Markt, dessen PV auch genau das zeigt: Es beginnt mit vier Mitgliedern, doch endet mit fünf. Ich hänge 「ARREST」 auch unten mit an.  
 
Seitdem sind weitere zwei Mini-Alben, drei Singles, ein Best-Of-Album (bei dem die Fans für die Songs abstimmen konnten) und zwei Alben erschienen, das letzte davon gerade erst vergangenen Monat.  
 
Zu Beginn hat mich jedes Album sofort begeistert. Das galt vor allem für das dritte und vierte (bei den ersten beiden zählte ich mich ja noch nicht als Fan). Bereits beim fünften Anfang 2012 brauchte es ein bisschen, doch dann mochte ich auch dieses wirklich gern. So ging es auch mit jedem weiteren. Das neue Album 『INFINITY』 ist bereits das achte. Und ich habe lange gezögert, ob ich es mir bestelle (was ich mit den Alben bislang immer gemacht habe, die Singles und Mini-Alben kaufe ich dagegen mittlerweile fast ausschließlich digital). Normalerweise bieten einige Shops zumindest einige Tage vor der Veröffentlichung Samples, die über wenige Sekunden hinausgehen. Es gab zwar ein Video der Band, wo es solche Zusammenschnitte gab, aber ich wollte etwas haben, das länger war, bevorzugt vom Beginn der Songs, anstatt mitten aus den Songs gewählt. Doch das gab es nicht, bis zum Erscheinungstag. Idealerweise bietet gerade iTunes Previews, die 90 Sekunden lang sind. Und diese habe ich mir angehört. Den ersten Song kannte ich, weil er bereits im Vorfeld von der Band mit PV veröffentlicht worden war. Titel 5 und 7 waren bereits Singles gewesen, auch diese waren grundsätzlich nicht neu für mich (wobei der eine von beiden zumindest teilweise neu aufgenommen worden war). Beim 4. Titel habe ich die Seite vom Shop aufgerufen und das Album nebenbei bestellt. Ja, ich bin dorthin zurückgekommen, wo ich damals war. Das Album hat mich sofort abgeholt, sofort berührt und ich musste es einfach im Regal stehen haben, statt nur digital auf meinem PC.  
 
Dieses Album ist weiterhin ganz typisch für diese Band.  
Einerseits sehr gemischt, von fröhlich-lockeren Klängen, über schnelle, harte, aber auch schwermütige Titel, gemischt mit sanften, wundervollen Balladen. Das ist etwas, das DaizyStripper von einem Teil der Bands, die ich sonst höre, unterscheidet und sie zugleich mit ihnen verbindet.  
Ein Blick ins Booklet hat mich schmunzeln lassen, denn wie zu erwarten gewesen war, gibt es jeweils einen Song, der vom Bassisten sowie dem Rhythm-Gitarristen geschrieben wurde, zwei stammen aus der musikalischen Feder des Lead-Gitarristen und der Rest kommt vom Drummer. Er ist der Main Composer und aus meiner Sicht ein kleines Genie. Allein die ganzen Stile dieser Band kriegt er im Grunde allein auf die Reihe. Dennoch bringen gerade die anderen ihre eigene Note mit in die Songs, weswegen es nicht dasselbe wäre, würde alles vom Drummer komponiert, es gibt einfach Unterschiede. Ich kann sie nicht in Worte fassen, aber nicht selten weiß ich vom Hören allein, welcher Song von wem komponiert worden ist.  
Was ebenso besonders zu diesem Album war, waren Ausschnitte der Produktion über Twitter. Es gibt immer wieder Videos, die nur die Gesangsaufnahme ohne jeglichen anderen Ton zeigen. Das gilt für den Vocal an sich, aber auch für Parts, die die Band gemeinsam gesungen … eigentlich geshoutet hat. Oder reine Gitarren-Parts. Das letzte Stück ist ein Piano-Stück (der Drummer hat als erstes Instrument Klavierspielen gelernt), davon gab es auch ein Video. 「HIDDEN PAIN」 (hänge ich auch unten ran, weil es mein Favorit des Albums ist) ist besonders auffällig auf diesem Album und auf seine Weise auch etwas Neues der Band. Der Growling-Part allein ist auch in dieser Video-Form auf Twitter von der Band gepostet worden. Einzeln haben sich diese Teile damals sehr komisch angehört, aber ich weiß, dass sowas abgemischt und allein durch die instrumentale Begleitung ganz anders wirkt als völlig für sich. Deswegen habe ich mir einen Teil davon auch noch mal angehört, nachdem ich das Album einige Male gehört hatte, weil der Eindruck einfach anders ist. Und ich finde es toll, dass sie solche Eindrücke mit den Fans geteilt haben (das ist ja gewissermaßen dasselbe wie Autoren, die Stellen aus dem Entstehungsprozess ihrer Bücher zeigen).  
 
Jetzt habe ich sehr viel nur über das neue Album geschrieben. Hauptsächlich liegt es wohl daran, dass ich langsam Zweifel bekommen hatte, ob DaizyStripper in ihrer Position bei meinen Top-Bands wirklich noch richtig aufgehoben sind. Sie sind nie unwichtig für mich gewesen, aber gerade nach den letzten Jahren und meiner Liebe für Gazette, hatte ich das Gefühl, dass mittlerweile Welten zwischen beiden Bands liegen, obwohl sie damals für mich an Wichtigkeit und Bedeutung auf einer Stufe standen (FeaDior und Jewel – als Bands, die es nicht mehr gibt – werte ich ein bisschen anders, weil es eben keine neuen Releases mehr gibt, auf die ich mich freuen kann). Doch dieses neue Album hat mir gezeigt, dass alles noch immer da ist, dass sie weiterhin dort hingehören. ♥  
 
Zusätzlich haben DaizyStripper 2016 eine Kampagne für ihr bevorstehendes 10-jähriges Jubiläum im folgenden Jahr gestartet gehabt: Jeden Monat gab es eine neue Veröffentlichung, die eines der Mitglieder kreiert hatte. Das war nicht ausschließlich Musik, aber sie begleitete die Releases natürlich. Ich muss zugeben, ich weiß nicht mehr alles davon, aber der Bassist hatte ein Fotobuch oder etwas in der Art, zu dem es einen einzigen Song gab. Gekauft habe ich nur die Sachen des Vocals und Drummers. Der Vocal hat ein Cover-Album rausgebracht, der Drummer ebenfalls zwei Cover-Album, allerdings hat er die Songs der Band als Piano-Versionen umgeschrieben. Der Lead-Gitarrist hatte ein Projekt mit dem Vocal einer anderen Band, dazu gab es – glaube ich – auch eine Single und ansonsten ein paar Auftritte. An mehr kann ich mich aber gar nicht mehr erinnern.  
 
Last but not least will ich noch erwähnen, dass DaizyStripper 2010 für kurze Zeit auch unter dem Namen Frantic EMIRY erschienen sind (völlig ohne Ankündigung, sie standen nur auf dem Line-Up eines Lives und nach dem Auftritt war dann schnell klar, wer sich dahinter verbarg). Lange Zeit wurde das als Alter-Ego-Band bezeichnet. Es gab damals eine Single, zu der auch ein PV gehört, dass ich ebenfalls mit unten ranhängen werde.  
Allerdings kam Ende 2018 die Ankündigung für Frantic EMIRY~second crisis~, wozu allerdings nur noch der Drummer der Band zählte (was nahelegt, dass FE eigentlich sein Projekt ist). Die anderen Mitglieder kommen aus anderen Bands. Sie haben den Single-Song von 2010 erneut aufgenommen (mir gefällt die alte Version besser – in den Empfehlungen an der Seite auf YouTube dürfte auch die neuere Version auftauchen, falls jemand neugierig ist -, einfach weil mir die neue zu überladen ist) und zusätzlich noch ein Mini-Album rausgebracht sowie ein paar Lives gespielt.  
 
Damit das hier jetzt nicht noch länger wird, streue ich mal ein paar Fotos von meinen Schätzen.  
Klassisches Merchandise habe ich leider nicht. Keine Shirts, aber auch nichts anderes, das üblich ist.  
Dafür durchaus so einige CDs und auch wenige DVDs.  
 
 
CDs und DVDs als Übersicht, von rechts nach links chronologisch aufsteigend  
 
 
Alben  
 
 
Singles mit Goodies, zwei davon in zwei Versionen  
 
 
links DVDs  
oben rechts BLUE PLANET JAPAN  
links daneben das Album vom Vocal  
darunter die beiden Alben des Drummers  
 
 
eines der Poster, die einer der Shops als Goodie mitsendet, ich habe noch wenigstens eines mehr, aber dieses ist das einzige, das ich aufgehängt habe  
 
Und damit komme ich zu den Videos.  
Wie so oft springe ich ein bisschen durch die Gegend.  
Außerdem werde ich – zumindest teilweise – die Daten dazuschreiben, wann die Songs auf einem Album oder einer Single erschienen sind.  
 
 
ダンデライオン (dandelion)  
23.08.2007  
Das war ihre erste Single, ihre erste Veröffentlichung überhaupt.  
 
春めく僕ら (harumeku bokura)  
03.03.2010  
Der Song kam zeitgleich mit dem Auftauchen von Frantic EMIRY raus.  
 
World End von Frantic EMIRY  
03.03.2010  
 
G.Z.S.K.K  
14.05.2014  
Das ist die Single, die sie mit nur einem Gitarristen veröffentlicht haben, also nicht wundern, dass es durchgängig nur vier Member gibt.  
Das zeigt außerdem recht gut eine etwas andere Seite als die bisherigen Songs von DaizyStripper, obwohl sie zu dem Zeitpunkt nicht neu war.  
Der Titel wirkt übrigens komisch und lange Zeit wusste ich auch nicht wirklich, was sich dahinter verbirgt, bis ich ein Interview gelesen habe. Im Song selbst taucht 現在進行形 (genzai shinkoukei) auf, das „present continuous tense“ bedeutet. In dem Interview haben sie gesagt, dass der Song das derzeitige Sie zeigt, das, was sie als Band zu der Zeit sind. Mit dieser Textstelle und der Aussage aus dem Interview, bin ich sicher, dass die Buchstaben eben genau dafür stehen: GenZai ShinKouKei.  
 
KISS YOU (KISS mix)  
Eigentlich ist der Song als Single bereits am 15.06.2011 erschienen (das ist die etwas verschobene Single durch den Tsunami), es gibt auch ein PV dazu. Diese Version ist auf dem Album 『AIR』 am 11.01.2012 erschienen.  
 
色彩ヴィヴィッド (shikisai vivid)  
04.11.2009  
 
東京ホライズン-Day&Day- (Tokyo horizon -Day&Day-)  
12.12.2012  
Es gibt auch noch eine Version namens 「東京ホライズン-NIGHT AND DAY-」 (Tokyo horizon -NIGHT AND DAY-), aber beide sind komplett unterschiedliche Songs.  
 
Zero Crysis  
05.10.2011  
Das ist der Opener eines der Alben aus dem Jahr 2011.  
 
ARREST  
21.01.2015  
Das ist der Song, mit dem der andere Gitarrist wieder in die Band zurückgekommen ist. Das zeigt sich auch in dem PV und mir beschert es jedes Mal Gänsehaut.  
Sie singen darin auch YNMRK, was für die Namen der Member steht: Yuugiri (Vo.), Nao (Gt.), Mayu (Gt.), Rei (Ba.) und Kazami (Dr. & Pf.).  
 
MISERY live  
Dieser Song ist nicht von DaizyStripper.  
Wer die Visual-Kei-Szene ein bisschen kennt, ist vermutlich schon mal über den Namen hide gestolpert oder kennt ihn aus seiner Solo-Zeit oder als Mitglied bei X Japan.  
Am 03. und 04.05.2008, als es DaizyStripper noch nicht mal ganz ein Jahr gab, fand das „hide memorial summit“ statt, wo unter anderem Songs von hide durch andere Bands gecovert wurden. Dort ist diese Aufnahme entstanden.  
Ich muss zugeben, dass ich mich weder mit hide noch mit X Japan je befasst habe und den Song vorher nicht kannte. Aber unabhängig von der nicht so berauschenden Qualität bin ich diesem Song sofort verfallen. DaizyStrippers Sänger versteht es so viel Gefühl in den Song zu legen, obwohl sie als Band noch nicht so viel Erfahrung hatten und bereits zu diesem Zeitpunkt vor so einem großen Publikum (50.000 Leute, was für eine Indie-Band natürlich eine unfassbare Erfahrung ist) zu spielen und trotzdem so einen Auftritt hinzulegen, hat mich durchaus überrascht.  
(Ich habe mir das Original später auch noch angehört, aber ich bevorzuge diese Version, allein weil sie ruhiger ist und mehr Emotionen vermittelt. DaizyStripper haben den Song auch noch für ein hide-Tribute-Album aufgenommen, aber die Live-Aufnahme gefällt mir noch ein bisschen besser.)  
 
彼女はエメラルド (kanojo ha emerald) (ich könnte auch emerarudo schreiben, aber das versteht dann immer keiner xDD)  
01.08.2012  
 
ひとつだけ~We Are The One~ (hitotsu dake~We Are The One~) von BLUE PLANET JAPAN  
Das ist nicht das vollständige Video, aber das, was damals offiziell hochgeladen wurde. Mit Kauf der Single wurde automatisch ein Teil ans Rote Kreuz gespendet, was für mich ein zusätzlicher Grund war, die Single zu kaufen (wenn auch längst nicht der einzige).  
 
明日が来るなら (ashita ga kuru nara)  
11.01.2017  
Eine sehr typische Ballade für DaizyStripper, aber auch absolut wundervoll.  
Confession: Ich kann das Video nicht schauen, ohne in Tränen auszubrechen. Unter anderem auch aufgrund des Textes (da ich nicht übersetzen kann, auch wenn ich bei der Textstelle sicher bin, was dort steht, ich aber nicht mal zusammenfassend gut übersetzen kann, auch nicht von Englisch zu Deutsch, setze ich jetzt nur die Textstelle rein und wers versteht, gut, für den Rest tut es mir leid):  
「限られた時の中で 音が枯れても  
声が消えるまで 唄っているよ」  
 
HIDDEN PAIN  
01.03.2020  
Dieser Song ist sehr wechselhaft, er beginnt technisch, klingt fröhlich und wechselt dann ins absolut dunkle, schwere, rein von der Stimmung.  
Ich bin überzeugt, dass er sich um Depression oder ähnliches handelt, obwohl ich den japanischen Anteil der Lyrics nicht zusammenhängend verstehe. Vielleicht kriege ich das ja irgendwann mal hin, aber noch reichen meine Kenntnisse dafür nicht aus.  
 
So, und damit beende ich das hier jetzt.  
Wie ihr unter den Titeln teils sehen könnt, gibt es viele Details, die ich sehe, höre, wahrnehme und davon gibt es eigentlich noch viele viele mehr. Auch diese Auswahl an Songs ist schon sehr klein (obwohl es nicht wenige sind). Über Austausch freue ich mich immer, aber die Wahrscheinlichkeit, dass jemand das hier liest und sich auch viel mit der Band befasst hat, ist natürlich sehr gering.  
 
Ich frage dennoch, kennt ihr DaizyStripper?  
Wenn ihr euch die Songs angehört habt, wie ist euer Eindruck?  
Ist diese Band etwas für euch oder so überhaupt gar nicht?  
 
Bis denne ☆