Ableistische/saneistische Sprache

Jede:r von uns kennt das vermutlich.
„Wo habe ich denn nur den blöden Schlüssel liegen lassen?“
„Bist du blind?“
„Das war wahnsinnig toll!“
Und jede Menge mehr solcher Äußerungen.

Was das Problem daran ist?
Sie sind ableistisch/saneistisch.

Für mich ist dieses Thema auch noch ein bisschen neu, sollte ich also etwas falsch formulieren, weist mich bitte darauf hin.

Soweit ich es verstanden habe, bezieht sich ableistisch auf die Verwendung von Begriffen, die sich eigentlich auf körperliche Erkrankungen beziehen (vom Englischen abled) und saneistisch auf mentale Erkrankungen (vom Englischen sane).
„Blind“ wäre in dem Fall körperlich. Menschen oder auch Gegenstände sowie Situationen usw. mit Begriffen, die Krankheiten bezeichnen, zu beschimpfen (und es ist selbst im Beispiel mit dem Schlüssel oben eine Beschimpfung) ist ableistisch. Und eben für betroffene Menschen möglicherweise verletzend (dass es welche unter ihnen gibt, denen das egal ist, negiert nicht die Verletzung derjenigen, die es als solche empfinden).
„Wahnsinnig“ ist ein Wort, über das sich bisweilen gestritten wird. Es habe sich so eingebürgert und gilt selbst nicht als Krankheit, aber Wahn tut es eben doch und mit all der negativen Konnotation ist dieses Wort als Verstärker nicht nötig (zumal es gerade dafür sehr viele Ausweichmöglichkeiten gibt: unfassbar, unglaublich, enorm, extrem usw.).

„Toll“ fällt übrigens auch darunter, das ist mir bis vor Kurzem auch durchgerutscht, obwohl es mir seitens der Tollkirsche oder der Tollwut durchaus auch in dem Zusammenhang ein Begriff ist.

Insgesamt begegnet mir ableistische/saneistische Sprache sehr viel. Im direkten Kontakt mit Menschen, wie aber auch online.
Seitdem mir bewusst geworden ist, wie problematisch sie ist, finde ich es wichtig, darauf zu achten. Und ich muss zugeben, dass es mir schwerfällt, nicht jedes Mal darauf hinzuweisen (ich bin sicher, so einige Menschen hätten sehr schnell keine Lust mehr, sich mit mir zu unterhalten, eben weil ableistische/saneistische Sprache in unserem Alltag so normal ist, wenn sie auch nicht normal sein sollte). Ich suche derzeit noch nach dem Umgang für mich, wann ich darauf hinweise und wann ich es unterlasse (es hilft niemandem, wenn andere Leute sich zurückziehen, anstatt zu reflektieren und zu verändern).

Auch ich nutze solche Begriffe noch, ich bin nicht fehlerfrei. Aber ich korrigiere mich, sobald es mir auffällt. Damit ich diese Wörter aus meinem Kopf bekomme, sie aus diesem Normal für mich herausfallen. Das ist nicht immer einfach, aber sehr wichtig, wie ich finde.

Wie ist das bei euch, achtet ihr selbst darauf?
Wie oft stolpert ihr?
Oder ist es euch egal?

Bis denne ☆

Awareness

Diese Woche war sehr emotional, sehr belastend und dadurch sehr anstrengend.

Und auch wenn ich heute gar nicht so sehr viel über das eine große Thema dieser Woche nachgedacht habe, fehlt mir doch der Fokus auf ein einziges anderes, dass ich daraus einen Blogbeitrag machen könnte.

Am Dienstag dachte ich noch, hach, du hast ja noch ein bisschen Zeit, fängst du nachher mal an.
Dann war der Dienstag vorbei.
Am Mittwoch war es ähnlich. Kurz vorm Schlafen dachte ich: Ach du je, jetzt bleibt ja nur noch morgen.

Und siehe da, jetzt ist es Donnerstag, 21:36 Uhr, und ich tippe endlich die ersten Wörter für den Beitrag, der morgen um 8:00 Uhr online geht (heißt, ich muss das vorm Schlafen schon hochstellen).

Als ich vorhin den nächsten Twitter-Thread durchgelesen habe, wusste ich, worüber ich schreiben werde.
Oder eigentlich gar nicht ich, sondern andere.

Ich habe in den vergangenen eineinhalb bis zwei Wochen so viele interessante Themen allein auf Twitter gesehen. Teils waren es Threads von Menschen, denen ich folge, teils hatten sie selbst etwas von anderen geteilt – Threads oder Blogbeiträge/Artikel. Themen, zu denen ich mich teils nicht fundiert äußern kann, weil ich selbst noch zu unsicher bin oder selbst nicht betroffen bin und eben den Betroffenen die Stimme lassen möchte.

Schaut bitte durch die Sachen, lest sie. Denkt darüber nach. Reflektiert euch und euer Verhalten, eure Denkweise. überlegt, was ihr ändert könnt bzw. solltet. Das ist natürlich keine Vorgabe von mir, ich werde mich hüten, jemandem vorzuschreiben, was sie:er zu tun hat. Aber ich bitte darum, mal in sich zu gehen. Was ihr daraus macht, ist selbstverständlich eure Sache. So wie es meine ist, wie ich mit den Dingen, die mich umgeben, umgehe.

Manchmal habe ich Retweets mit Zitat eingebaut, dann ist das, was unter dem ersten Text steht die Ausgangslage. Twitter ist da teilweise etwas verschachtelt, aber ich finde es übersichtlicher, sich dort durchzuklicken als alles nacheinander reinzusetzen, was dann schnell gedoppelt wirkt, so nach dem Motto: Habe ich schon gelesen, kann ich gleich zuklicken.
Unter den Tweets finden sich manchmal auch noch weitere Aussagen der Person, die gepostet hat, direkt auf den Tweet bezogen, sind diese eigentlich immer als erstes angeführt.

Queerness und die Politik/Gesetzeslage

Der Hinweis auf die „Vertiefung der Diskriminierung von Regenbogenfamilien“ durch die Bundesregierung durch die Textehexe.

Empörend ist die Bezeichnung „empfundene Intersexualität“ für nicht-binäre Personen, die Freddy mit Verlinkung über einen weiteren Tweet von Lucy Che zum entsprechenden Artikel gepostet hat. Das ist ein weiterer Rückschritt, statt der Weg nach vorn.
Freddy hat noch mehr dazu geschrieben, einmal hier und ebenfalls hier (die beiden bauen aufeinander auf, hier habe ich sie mal nacheinander gepostet, weil sie beide aus mehr als einem Tweet bestehen, also unbedingt auch den zweiten Link hiervon lesen).

Das Thema „Passing und soziale Geschlechtsdysphorie“ hat Maya in aufgegriffen und ihr Beitrag ist so gut. Ich habe mich bezüglich der sozialen Geschlechtsdysphorie darin gesehen, denn genau damit kämpfe ich auch. Noch nicht äußerlich und bislang auch sehr leise, denn es ist nicht einfach, dabei laut zu werden. Je mehr Menschen darauf achten und wieder andere Menschen darauf hinweisen, desto weniger schwer wird der Kampf für alle Betroffenen.

Nicht-Binarität, Sichtbarkeit und Neopronomen

Auch das passt zum Thema soziale Geschlechtsdysphorie und kommt mit weiteren Folgen für betroffene Personen daher. Gray führt sehr eindeutig an, wie schwer es sein kann, nicht dem idealisierten Bild einer nicht-binären Person zu entsprechen.

Für Unsichtbarkeit nicht-binären Menschen wird auch gern in der Buch-Bubble durch Verlage gesorgt. Ganz grob zum hiesigen Thema, das sich durch die folgenden Links zieht: In der deutschen Sprache fehlt es den Verlagen an EINEM Pronomen für die Betroffenen (das es nicht gibt, denn Nicht-Binarität ist vielfältig). Und deswegen ignorieren sie bei Übersetzungen aus anderen Sprachen dort verwendete Neopronomen und wandeln die betreffende Figur in eine binäre. Alex hat in diesem Zusammenhang einen offenen Brief an den Blanvalet Verlag gerichtet. karlabyrinth hat einen englischsprachigen kurzen Thread zum Thema geschrieben. Und Arduinna spricht das Thema eines einzigen Neopronomens an und verlinkt einen weiteren englischsprachigen Tweet.

Rassismus

Rassismus ist nicht neu, umgibt uns alle und wird von jedem von uns reproduziert. Wir sind es, die dies erkennen müssen, um damit aufzuhören. Wir sind alle damit aufgewachsen und davon geprägt und müssen uns davon lösen, um Betroffene nicht ständig zu verletzen, zu diskriminieren. Mit Corona ist vor allem der Rassismus gegen asiatisch aussehende Menschen verstärkt aufgeflammt. Dieser Tweet von KateBoss5000 führt verschiedene Twitter-Accounts an und verlinkt einen Artikel, in dem unterschiedliche Projekte zum Thema vorgetellt werden.

ray zeigt in diesem Thread sehr eindeutig auf, wie Schwarze unterschiedlich eingestuft werden und was das für Betroffene bedeutet.

Zum Thema „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat Victoria Linnea einen Thread geteilt, der aufzeigt, wie schädlich so ein Label sein kann.

Rape Culture

Wie leicht es ist, sich selbst aus dem Thema herauszunehmen, weil Übergriffigkeit eben oft als „es muss erst etwas Großes passiert sein, damit es als solche gilt“ eingestuft wird. Dass dem nicht so ist, zeigt The Rural Juror in ihrem Thread.

Verantwortung als Autor:in

Justine Pust spricht in ihrem Thread an, wie viel Verantwortung Autor:innen mit ihren Geschichten tragen und wie wichtig diese ist.

Gendergerechte Sprache, Rassismus, Sexismus

Arduinna und Christian Vogt haben einen Talk zum Thema „gendergerechte Sprache, Rassismus und Sexismus“ aufgenommen. In Kurzform ist der Inhalt in diesem Thread dargestellt, es lohnt sich aber, das Video zu schauen.

Das war es erstmal. Ich plane nicht regelmäßig, solche Link-Sammlungen zu posten, aber ich schließe auch nicht aus, dass ich irgendwann mal wieder eine für euch habe.

Bis denne ☆

Meine Schreibutensilien Teil 5

Eigentlich war da die Idee eines ganz anderen Themas.
Aber dann habe ich festgestellt, dass ich meine Gedanken jetzt nicht ausreichend sortiert bekomme, also muss das noch ein bisschen warten.

Exakt betrachtet geht es heute gar nicht um Schreibutensilien, denn schreiben kann man damit nicht.
Dennoch glaube ich, dass dieses Utensil (es sind bei mir zwei verschiedene, aber sie erfüllen denselben Zweck) sehr sinnvoll ist, auch wenn ich jahrelang davon abgesehen habe.

Es handelt sich um Auflagen für die Handgelenke bzw. Unterarme beim Arbeiten am PC.

Ich habe mich vor eineinhalb Jahren für diese beiden Modelle entschieden, als bei mir ein Tennisellenbogen diagnostiziert worden ist. Das war auch erst der Grund, der mich an diese Auflagen herangeführt hat, bis dahin habe ich um sowas einen großen Bogen gemacht.

Ich kannte vor allem die Mousepads, bei denen diese Auflage integriert ist. Ich habe ein solches auch kurz ausprobiert, aber ich komme mit Mousepads einfach nicht zurecht. Wie ihr auf dem Foto auch sehen könnt, ist der Auszug, den ich für Tastatur und Maus habe ziemlich groß (Maße (B x T): 80 x 50 cm). Ich mag es nicht, wenn mein Bewegungsspielraum mit der Maus nach gefühlt wenigen Zentimetern endet. Erst recht nicht, seit ich zwei Monitore habe. Deswegen ist damals mit dem neuen Schreibtisch auch dieser größere Auszug unter die Tischplatte gewandert, da das ohnehin eine Selbstkonstruktion ist, war ich frei in der Entscheidung (vorher hatte ich nur 60 cm Breite und das war mir manchmal schon zu wenig, die Tiefe hat den Vorteil, dass ich die Tastatur bis nach hinten schieben und dennoch einen A4-Block davor legen kann, dafür lege ich die Ablage dann links an die Seite).

Die Auflage vor der Maus ist fester und etwas flacher als die vor der Tastatur. Beide sind mit Gel gefüllt. Die vor der Tastatur beinhaltet noch ein weiteres Teil, mit der sie noch mehr erhöht werden kann.

Es gibt auch Tastaturen, die vorn schon eine Ablage haben, wobei diese für gewöhnlich aus Kunststoff sind, meine ich. Den Effekt des weichen Untergrunds und erhöhten Ablegens der Handgelenke bzw. Unterarme erreicht man damit einfach nicht. Es ist gewöhnungsbedürftig damit zu schreiben und ich habe mich anfangs unglaublich oft vertippt. Aber es ist nach einer Weile sehr angenehm.
Ich habe auch vorher schon oft erhöht geschrieben, also die Unterarme nicht auf dem Auszug abgelegt, sondern sie wie beim Klavierspielen schweben lassen. Was besser für die Handgelenke ist, damit die Hände nicht so nach oben gekippt sind. Aber das ist auf Dauer anstrengend, weil man die Arme die ganze Zeit halten muss und es irgendwann nicht mehr tut. Obwohl ich bewusst darauf geachtet habe, habe ich auch irgendwann die Arme abgelegt. Dem entgehe ich mit dieser Auflage. Zusätzlich liegen die Unterarme weich gepolstert, was ich gerade an den Tagen, an denen ich im Ellenbogen Schmerzen spüre, als sehr angenehm empfinde.

Die Suche nach den Auflagen war recht zeitaufwändig. Einerseits gibt es ein großes Angebot, andererseits sind die Bewertungen oft sehr gemischt. Gerade die Auflage vor der Tastatur war dabei auch nicht ganz so preiswert (hier war das Angebot auch weit kleiner als bei der anderen) und sie war die einzige, die mir überhaupt zugesagt hat. Wer sich dafür entscheidet: Der Chemiegeruch in den Bewertungen war wirklich intensiv und hat sich auch eine Weile gehalten, aber mittlerweile ist das völlig okay.

Nutzt ihr solche Auflagen?
Oder haltet ihr sie für überflüssig?
Wenn ja, habt ihr Empfehlungen?

Bis denne ☆

Camp NaNoWriMo April 2020

Es ist wieder soweit, das Camp NaNoWriMo steht an.

Im letzten Jahr habe ich an gar keinem teilgenommen und auch jetzt bin ich noch gar nicht sicher, wie ausgeprägt es dieses Mal sein wird.
Aber zumindest habe ich ein Projekt auf der Seite angelegt.

Nachdem zum November hin die Seite umgestaltet worden ist und ich über ziemlich viele Probleme beim Eintragen des täglichen Wordcounts gehört habe, bin ich gespannt, wie das jetzt sein wird. Allein fürs Einrichten vorhin, bin ich ein paar Mal rausgeflogen und musste mich wieder einloggen, was mir den Eindruck gibt, dass das alles auch noch nicht so richtig funktioniert.
Ich lasse mich mal überraschen, ob dem wirklich so ist.

Übrigens bin ich eigentlich gar nicht mit einem Projekt dabei, sondern mit zwei – meinen beiden Spaßprojekten.
Und ich schreibe nicht, sondern plotte, zähle aber dennoch in Wortzahlen, die ich auf meinem durchschnittlichen Wordcount pro Stunde basierend berechne.

Wie ist das bei euch, nehmt ihr teil?
Wenn ja, was steht bei euch an, schreiben, planen, überarbeiten?
Habt ihr ein großes Ziel oder lasst ihr es ruhig angehen?

Bis denne ☆

Meine Schreibutensilien Teil 4

Heute komme ich zum digitalen mobilen Aspekt meiner Ausstattung.
In der Vergangenheit habe ich euch schon ein paar Stifte und auch mein Notizbuch (wenn dieses auch außerhalb dieser Reihe) gezeigt, aber ich schreibe/plane abseits meines Schreibtischs auch digital.

Bei mir ist es meist die Kombination aus Tablet und Bluetooth-Tastatur (ich habe auch einen Laptop, aber der ist größer und schwerer).

Um alles mit dem PC synchronisieren zu können, habe ich bislang Evernote verwendet, wobei die Dropbox natürlich auch eine Option wäre (allerdings synchronisiert Evernote direkt in eine Cloud, bei der Dropbox müsste ich die Dokumente erst in die Cloud schieben).
Mobil verzichte ich allerdings überwiegend auf Formatierungen, da ich generell in Word arbeite und – das kennen wir ja alle – programmübergreifend gern mal was verloren geht. Einfache Aufzählungen, die üblichen Auszeichnungen wie fett, kursiv und unterstreichen funktionieren, aber mehr habe ich nicht ausprobiert. Wobei ich allgemein sparsam damit bin, außer beim Planen, da kommen auch gern mal Tabellen zum Einsatz. Auf diese habe ich mobil aber bislang verzichtet.

Ich hätte mir damals auch eine Schutzhülle mit integrierter Tastatur für das Tablet kaufen können, aber ich habe mich bewusst für ein externes Gerät entschieden. Ich nutze die Tastatur bisweilen auch für lange Nachrichten über WhatsApp oder andere Apps am Smartphone, wenn ich dafür nicht extra auf den PC zurückgreife.
Das schöne an dieser Tastatur: Sie hat keine offenen Rillen um die Tasten und soll sich daher gut reinigen lassen (ich habs noch nie ausgetestet, so unglaublich viel bin ich dann nicht unterwegs und ich bewahre sie in einem kleinen Stoffbeutel auf, sodass sie sonst immer gut geschützt ist). Sie ist leicht, extrem flach und fühlt sich samtig weich an, dasselbe gilt für den Anschlag der Tasten. Dieser ist physisch spürbar, trotz der flachen Tastatur, aber eben unglaublich weich und angenehm.
In meinem Fall ist es die Tastatur, die laut Tastenbelegung für Apple-Geräte ausgelegt ist, einfach weil sie preiswerter war (deswegen ist es auch die rote und nicht die schwarze geworden). Wenn ich nicht weiter weiß, gibt es ja Suchmaschinen, um mir anzeigen zu lassen, wie ich meine vertrauten Windows-Tastenkombinationen ersetzen muss.

Was mir an der Trennung zwischen Tastatur und verarbeitendem Gerät außerdem gefällt, ist die Flexibilität. Ich habe schon in einem Sessel gesessen, gemütlich die Beine zur Seite geschlagen, das Tablet auf der Armlehne abgelegt, die Tastatur auf meinen Beinen und konnte problemlos damit schreiben. Bevorzugt sitze ich ja an meinem PC, aber als mobile Lösung funktioniert das super. Ebenso habe ich im ICE am Tisch mit einem Laptop das Problem, dass dieser entweder zu hoch steht oder aber nicht bequem auf die Beine passt, ohne dass der Tisch stört. Das Tablet habe ich einfach auf den Tisch gestellt, die Tastatur auf die Beine gelegt und los gings.

Was nutzt ihr, um unterwegs zu schreiben oder planen?
Habt ihr Erfahrung mit dieser Tastatur?
Welche Geräte könnt ihr empfehlen?

Bis denne ☆

Figurensteckbriefe – Pressen in Vorgaben oder hilfreiches Tool?

Sucht man im Internet nach Figurensteckbriefen[1], findet man unzählige Vorlagen. Egal, ob wenige Punkte oder zutiefst detaillierte Listen, was auch immer man braucht, di_er Autor_in wird fündig.[2]
Es gibt Befürworter_innen und Gegner_innen. „Ich will plastische Figuren erschaffen, die sich organisch entwickeln“, ist eine häufige Aussage derer, die von erwähnten Figurensteckbriefen nicht allzu begeistert sind. Und ganz unberechtigt ist dieser Einwurf auch nicht.

Wenn man einen solchen Steckbrief einfach nur von oben nach unten ausfüllt und überall irgendetwas einträgt, damit keine Lücken bleiben, kann dabei eine Figur entstehen, die nicht sehr glaubwürdig ist. Schnell gibt es Widersprüche, weil unbedingt Wunden existieren müssen, die aus der Vergangenheit der Figur resultieren, doch sie passen überhaupt nicht zum jetzigen Verhalten der Figur. Oft liegt es daran, dass man zu Beginn der Geschichte seine Figur noch nicht gut genug kennt und sie daher auch noch gar nicht vollständig im Figurensteckbrief notieren kann.

Dem kann man aber entgehen. Ich nutze solche Figurensteckbriefe beispielsweise seit Jahren sehr gern. Niemand sagt, dass man stur ausfüllen muss und dann nichts mehr ändern darf. Im Gegenteil. Die Option, die Eintragungen anzupassen, ist sogar wichtig. Zumindest dann, wenn man zu Beginn den Figurensteckbrief gleich vollständig ausfüllt.
Meine Herangehensweise ist etwas anders.
Ich fange damit auch recht früh im Plotprozess an, doch ich trage nur ein, was ich bereits über meine Figur weiß. Oft sind das überwiegend äußerliche Aspekte, aber vielleicht auch schon eine Angst, die die Figur in sich trägt und auch ein Ziel. Im Laufe meines sehr umfangreichen Plotprozesses ergänze ich dann den Steckbrief und vermerke dadurch Details, die mir sonst vielleicht entfallen würden. Für mich ist dieser Figurensteckbrief also eher eine Gedankenstütze zu meiner Figur/ den wichtigsten Figuren. Diejenigen, die nicht viel Zeit auf die Planung verwenden, sondern lieber entdeckend schreiben, können den Figurensteckbrief auf dieselbe Weise nutzen, indem sie sich während des Schreibens Informationen über ihre Figuren in den Figurensteckbriefen vermerken oder auch im Anschluss beim ersten Lesedurchgang. Sind die Informationen gebündelt, fallen einem Ungereimtheiten auch viel besser auf, was m. E. ein weiterer Vorteil dieser Steckbriefe ist.

Wie seht ihr das?
Nutzt ihr Figurensteckbriefe?
Oder findet ihr sie überflüssig?

Bis denne ☆

 
[1] Gängig hierfür ist eigentlich der Begriff „Charakterbogen“. Da ich aber zwischen Figuren und dem Charakter dieser Figuren unterscheide, möchte ich „Charakterbogen“ nicht verwenden und habe mich für „Figurensteckbrief“ entschieden.

[2] Figurensteckbriefbeispiel auf buch-atelier

Meine Schreibutensilien Teil 3

 
Seit ich euch im Mai das letzte Mal etwas von meinen Arbeitsmaterialien beim Planen von Geschichten gezeigt habe, ist schon ein bisschen Zeit vergangen.
Und ich dachte mir, ich fasse heute mal zwei davon in diesem Beitrag zusammen.
 
 
 

 
Das eine ist meine Maus.
Wie auf dem Bild gut zu sehen ist, ist sie tatsächlich noch kabelgebunden.

 
Über Jahre hatte ich dieses Modell als Funkmaus, bis sie vor ungefähr zweieinhalb Jahren kaputtgegangen ist. Und da musste ich feststellen, dass sie nicht mehr produziert wird.
Nun bin ich jemand, der sehr an Dingen hängt. Wenn ich mit etwas gut zurechtkomme, mag ich mich nicht umstellen. Und so viel Zeit, wie ich am PC vebringe, gehört die Maus eindeutig dazu. Ich brauche „normal“ große PC-Mäuse (also in etwa die Größe, die auch schon um die Jahrtausendwende typisch war), nicht diese winzig kleinen. Ebenso komme ich mit flachen Mäusen nicht gut zurecht. Die alte Maus war perfekt in ihrer Form und ich habe mit dem Modell seit – ich glaube – 2011 gearbeitet. Da ich mit der Qualität zufrieden war, wollte ich bei einer Maus von Microsoft bleiben und habe mir dann wohl oder übel das einzige Funkmodell zugelegt, das in den Maßen in etwa ähnlich war. Leider ist die Funktionsweise nicht ansatzweise vergleichbar. Ein Problem, das häufig in Rezensionen erwähnt ist, hat auch mich stark genervt, weswegen ich die mehr oder weniger funktionsfähige Maus zur Seite gelegt habe. Stattdessen bin ich einen Schritt zurückgegangen, zu einer kabelgebundenen.
Denn in dieser Variante existiert das Modell, das ich so gern mag nach wie vor. Und obwohl ich zwei oder drei Monate mit der anderen Maus gearbeitet hatte, fühlte es sich so gut an, wieder zu der anderen Form zurückzukehren (weswegen mittlerweile auch noch ein Ersatzmodell der oben abgebildeten Maus im Schrank liegt, sollte diese hier ausfallen, habe ich wenigstens Zeit, mir etwas neues zu suchen).
 
 
 

 
Das andere ist ein Kugelschreiber.
Neben einem Bleistift schreibe ich vor allem damit. Und ich brauche da Stifte, die sich sehr weich schreiben lassen, die nicht über das Papier kratzen. Außerdem mag ich sehr feine Linien, schon deswegen, weil ich gelegentlich auch Kanji damit schreibe und je dicker die Linien, desto größer muss ich die Schriftzeichen schreiben, um sie später auch wiedererkennen zu können (mir fehlt noch zu sehr die Routine, als dass ich auf klar erkennbare einzelne Linien verzichten könnte).
Außerdem schmieren diese Stifte von BiC nicht (viele Kugelschreiber hinterlassen beim Aufsetzen erstmal einen dickeren Tintenpunkt).
Nachteilig ist die Kappe, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Ebenfalls lassen sich diese Kugelschreiber leider nicht nachfüllen, aber ich finde, sie halten eine ganze Weile und so endlos viel schreibe ich dann damit glücklicherweise auch nicht (das meiste fließt ja doch über die Tastatur aus meinem Kopf). Also muss ich sie auch nicht so häufig ersetzen und damit Müll produzieren.

 
Habt ihr auch bevorzugte Mäuse?
Oder Kugelschreiber?
Oder nutzt ihr lieber einen Füller?

 
Bis denne ☆

Die Dreifelderwirtschaft des Schreibens

Heute setze ich mal wieder einen meiner alten Schreibmeer-Artikel hier hin. Ich habe dieses System vor vielen Jahren das erste Mal getestet, zwischendurch wieder aufgegriffen und auch derzeit nutze ich es. Wenn also der Artikel bereits etwas älter ist, so ist er für mich zugleich noch immer aktuell.

 
Fast jeder Autor steht irgendwann vor der Qual der Wahl, welches Projekt er denn in Angriff nehmen könnte. Manche haben eine neue Idee, die reizvoll, aber eigentlich noch nicht ausgereift genug ist. Dafür liegt eine ältere ja schon länger und müsste nur noch überarbeitet werden, das ist aber nicht so spannend. Andere fühlen sich heute zu diesem Projekt hingezogen, morgen aber zu jenem und finden bei keinem so richtig zu einem Ende.
Doch warum sollte man sich überhaupt entscheiden? Weil es hilft, kontinuierlich zu arbeiten. Das bedeutet dennoch nicht, sich wochen- oder monatelang mit nur einem Projekt zu beschäftigen und darum soll es heute gehen.

 
Ich werde mich dafür nur auf Romane beziehen, denke aber, dass sich die Grundidee auch auf andere Gattungen umlegen lässt. Und mir ist ebenfalls bewusst, dass sich das System nicht unbedingt sofort umsetzen lässt, sondern teilweise etwas Vorlaufzeit benötigt, aber wenn es erstmal eingerichtet ist, kann es gut funktionieren. Dazu sei gesagt, dass ich jemand bin, der ausführlich plottet und dementsprechend auch viel Zeit in diesen Arbeitsschritt investiert. Die Zeiträume schwanken natürlich individuell. Jeder muss für sich probieren, was genau funktioniert, aber dies kann eine Anregung sein, Abwechslung in den eigenen Alltag zu bringen und trotzdem Projekte zum Abschluss führen zu können.

 
Der Anfang ist noch schlicht.
Es reicht, mit einem Projekt zu starten und beispielsweise dessen Plot aufzubauen. Bei jemandem wie mir, lässt sich dafür locker dieselbe Zeit veranschlagen wie für das Schreiben des ersten Entwurfs. Andere benötigen hier weniger Zeit, aber gerade am Anfang ist das erstmal egal.

 
Wie geht es weiter?
Anstatt sich jetzt nur auf die Rohfassung zu konzentrieren, kommt ein weiteres Projekt hinzu. Dadurch kommt auch keine Langeweile auf, die für Manche ein einzelnes Projekt mit sich bringt. Bei mir sah das so aus, dass ich anfangs morgens eine Geschichte geplottet habe. Danach stand eine Pause an, in der ich den Kopf frei von Buchideen gemacht habe, bevor ich mich an den ersten Entwurf des Projekts aus dem ersten Schritt gesetzt habe. Nach nur wenigen Wochen gehörte das so zu meinem Alltag, dass ich das Dokument des Plotprojektes geschlossen und sofort die Rohfassung des Schreibprojektes geöffnet habe. Ich brauchte keine Pause mehr, mein Kopf war in der Lage, sofort umzuschalten. Das empfiehlt sich jedoch nicht unbedingt, wenn man in längeren Etappen arbeitet, das war bei mir zu der Zeit aber nicht der Fall. Wer nicht nur Zeit in kurze Einheiten investiert, sollte unbedingt zwischen den Projekten pausieren, sich bewegen und am besten aus dem Fenster schauen, um den Augen Entlastung zu bieten.

 
Und dann?
Genau so kann auch das Überarbeiten integriert werden: als dritter Schritt. Selbstverständlich muss man nicht alle Projekte nacheinander abarbeiten. Je nach Zeit im Alltag erledigt man das eine vielleicht morgens vor dem Job oder der Uni, das andere in der Mittagspause (die aber eigentlich zum Abschalten da ist) und das letzte am Abend. Auch hier muss jeder seinen individuell passenden Weg finden. Ausprobieren hilft ungemein.

 
Auf diese Weise lassen sich bis zu vier Buchprojekte unterbringen. Vier? Möglicherweise. Denn es empfiehlt sich für Viele durchaus, ein Projekt nach dem Schreiben des ersten Entwurfs eine Weile ruhen zu lassen. Für wen das nicht funktioniert, der setzt eben sofort mit der Überarbeitung an. Es kommt kein Projekt mehr zu kurz, sie finden ein Ende und wenn man die Arbeitszeiten dokumentiert, wird man nicht nur in den Projekten Fortschritte sehen.

 
Nun ist mir bewusst, dass nicht jedem kurze Arbeitseinheiten an den Projekten liegen oder nicht jeder die Zeit aufbringen kann, an drei Buchprojekten täglich zu arbeiten, weil eben nur fünfzehn oder dreißig Minuten zur Verfügung stehen. Alternativ kann ich mir vorstellen, dass es auch funktioniert, am ersten Tag am neuen Plot zu arbeiten, am zweiten an der Rohfassung und an Tag 3 die Überarbeitung in Angriff zu nehmen. Auch hier gilt wieder, seine Umstände zu analysieren und auszuprobieren. Für mich funktioniert das System sehr gut, auch wenn ich gestehen muss, dass ich es vor einiger Zeit wieder einkürzen musste und nur bis zu zwei parallelen Stufen gekommen bin. Ich zweifele nicht daran, dass ich auch die dritte meistere, sobald meine Umstände es zulassen. Versucht es und gebt euch ein bisschen Zeit, das System greifen zu lassen.

 
Wie arbeitet ihr?
An mehreren Projekten gleichzeitig oder immer nur an einem?
Wollt ihr das System mal ausprobieren?

 
Bis denne ☆

Rückblick 2019

 
Und damit liegt tatsächlich ein volles weiteres Jahr hinter uns. Hinter mir.
Und wenn ich darauf zurückschaue, dann war es geprägt von Höhen und Tiefen, immer hin und her, nie im Stillstand. Zumindest nicht emotional.
Aber ich denke, ich fange erstmal mit ein paar Zahlen an.

 

Bücher

Bücher: 15
weitere Geschichten: 10
Zeitschriftenartikel: 1
Seiten: 5.436 (Bücher) | ungefähr 11.500 (inklusive der weiteren Geschichten)
Anzahl Lesetage: 92 (nur Bücher)
Durchschnittliche Buchseitenzahl/Tag (bezogen aufs Jahr): 14,89
Durchschnittliche Buchseitenzahl/Tag (bezogen auf die Lesetage): 59,10
Vom SuB gelesen: 13
Neu gekauft/geschenkt: 2
 
 
 

 
Das waren noch mal eindeutig weniger Lesetage als 2018 und ebenfalls weit weniger Buchseiten.
Das liegt daran, dass ich alte Projekte von mir gelesen habe, zwei sogar mehr als einmal. Dazu habe ich aber nur eingeschränkt Aufzeichnungen, weswegen ich sie nur in der Gesamtseitenzahl berücksichtigen kann, aber nicht in die restliche Statistik mit reinnehmen wollte. Als grobe Grundlage für die Seitenzahl habe ich mit dem Normseitengrundschnitt von 250 Wörtern pro Seite gerechnet (Normseite = maximal 1.800 Zeichen, durchschnittlich 1.500 veranschlagt; durchschnittlich hat ein deutsches Wort sechs Zeichen inklusive Leerzeichen = 250 Wörter).

 
Die Anzahl an Büchern war trotzdem gering, das hat sich ja auch bereits in meinen Leserückblicken gezeigt. Andererseits habe ich insgesamt nicht wirklich weniger gelesen als im Jahr zuvor, weswegen mir die Zahlen für die Bücher recht egal sind. Zumal ich auch so einige Bücher noch mal gelesen habe (insgesamt 6 der 15 Bücher, selbst wenn 4 davon in einer anderen Sprache waren).
 
 
 

 
Hier sind die Bücher, die ich gelesen habe, auch wieder bildlich festgehalten, wie schon im letzten Jahr (und auch zuvor, da hatte ich den Blog nur noch nicht). Der E-Book-Reader ist dieses Mal gar nicht dabei. Ich habe ihn zwar für zwei Wälzer durchaus genutzt, da ich sie aber auch als Print besitze, liegen natürlich diese Exemplare dort.
 
 
 

 
Die Neuzugänge hielten sich dieses Jahr sehr in Grenzen. Ich habe ja bereits 2018 versucht, wenige Bücher zu kaufen, weil mein SuB noch genügend Bücher umfasst, aber 2019 sind tatsächlich nur drei Bücher eingezogen, wovon zwei bei ihrer Ankündigung sofort klar waren („Blutgesang“ und „Neon Birds“).

 
Auch wenn die Statistik ernüchternd aussieht, habe ich für 2020 keine Pläne, außer zu lesen, wenn mir danach ist. Die Lesezeit ist nämlich 2019 tatsächlich mehr gewesen als 2018. Wenn ich mich hingesetzt habe, dann meist gleich für zwei Stunden statt auch mal nur für ein paar wenige Minuten. Und ich mag mich nicht durch vorgegebene Pläne einengen oder unter Druck setzen.

 

Schreibtätigkeit

Statistisch fällt es mir dieses Mal etwas schwer. Einerseits betrachte ich meine Spaßprojekte als in ihrer Wichtigkeit gleichwertig zu den Projekten, die ich irgendwann mal veröffentlichen würde. Andererseits rede ich nicht viel über meine Spaßprojekte.

 
In Bezug auf die „offiziellen“ Projekte gibt es quasi nichts zu sagen.
Ich habe zu Jahresbeginn erst an einer Aktion mit anderen Autor_innen teilgenommen, dafür aber auch ein anderes Projekt verwendet, weil die „offiziellen“ Projekte dafür noch nicht ausreichend waren. Diese Aktion verlor sich dann aber recht bald. Mein einziges „offizielles“ Projekt aus dem letzten Jahr – „Notenrufen“ – habe ich genau zwei Mal zur Hand genommen, einmal zur Aufbereitung des Plots für Feedback (da der Plot sehr ausführlich ist, lasse ich den Inhalt bereits vor dem Schreiben gegenprüfen, weil sich da im Groben nichts mehr ändert, wenn ich schreibe) und danach, um mir das Feedback vorzunehmen. Daraus ist dann aber nichts geworden, außer dass ich es eben für mich griffbereit gesichert habe.

 
Bei meinen Spaßprojekten sieht es anders aus.
Die erste Jahreshälfte war ohnehin mau.
Einerseits war der Jahresbeginn von vielen Enttäuschungen geprägt, ich musste ein Gruppenprojekt, das mir sehr am Herzen lag, aus gesundheitlichen Gründen verlassen und wie danach damit verfahren wurde, war weniger angenehm zu sehen. Hinzu kamen noch weitere Aspekte, auch diese eben erwähnte Aktion war einer davon und auch das hat beeinflusst, dass ich nicht wirklich viel Motivation hatte. Mal ganz von der Depression zu schweigen, in der ich ja bis April oder so steckte.
Im Juni war ich weg und bereits der Mai war durch Vorbereitungen geprägt, der Juni galt für mich ohnehin als komplett freier Monat.
Doch die zweite Jahreshälfte änderte alles.
Ich habe im Juli das erste meiner Spaßprojekte angefangen, eigentlich durch Zufall, doch konnte mich ihm nicht entziehen. Meine Statistiken schossen durch die Decke, in Höhen, die ich seit Jahren nicht erlebt hatte. Im Oktober habe ich noch ein weiteres Spaßprojekt hinzugenommen (das sind alles keine neuen Projekte). Nur diese beiden Projekte von Juli bis zum Jahresende haben zu 300 Stunden Arbeitszeit geführt. Das ist sicher keine riesige Menge für Autor_innen, die Schreiben als ihren Beruf ansehen, es professionell betreiben, aber genau darauf liegt mein Fokus ja gar nicht. Als Vergleich, 2018 lagen meine Gesamtzeiten für Projekte bei 58 Stunden, 2017 bei 111 Stunden, 2016 bei 205 Stunden, 2015 bei 110 Stunden und 2014 bei 327 Stunden. Ja, 2014 war es noch mehr, allerdings über das gesamte Jahr verteilt.
Genau das ist es. Das letzte Mal zuvor wenigstens 2.000 Minuten in einem Monat hatte ich im Mai 2014 erreicht. 2019 bin ich im Juli unerwartet mit 3.519 Minuten – das sind fast 60 Stunden – gestartet. Es war extrem überwältigend. Und hat sich auch nicht so extrem gehalten, wobei der August noch heftiger war. Aber danach hat es sich reguliert. Abhängig davon, ob ich mehr gelesen habe, aber auch aufgrund der dunkleren Jahreszeit. Nichtsdestotrotz ist das so ein Unterschied, den ich noch immer zu begreifen versuche (und vermutlich deswegen auch gerade so viel dazu schreibe xDD). Außerdem habe ich tatsächlich seit Anfang Juli nicht einen Tag pausiert. Nicht an jedem habe ich viel Zeit investiert, manchmal waren es nur wenige Minuten, aber es gibt seit mittlerweile einem halben Jahr nicht einen Tag Pause, etwas das für mich 2015/2016 Alltag war.

 
Außerdem ist da ja noch der Autorenblog, den ich regelmäßig und ohne Pause befüllt habe.
Hierfür habe ich auch die Wörter und Zeiten gezählt und das waren auch noch mal fast 80 Stunden mit 51.128 Wörtern.

 

Japanisch

Da ich letztes Jahr bereits recht frühzeitig versucht hatte, eine Routine aufzubauen, greife ich das Thema mal auf.
Was das Schreiben der Kanji betrifft, war ich recht schnell wieder raus.
Die Nutzung der App betreibe ich aber tatsächlich nach wie vor. Es gab wenige Tage, an denen ich es nicht getan habe, meistens ist es mir einfach durchgerutscht. Für gewöhnlich mache ich das gleich am Vormittag und wenn ich es da mal vergesse, kommt es vor, dass ich es später auch nicht mehr beachte. Insgesamt waren es 349 Tage, an denen ich die App genutzt habe und das ist eindeutig positiv.

 

Allgemein

Wie ich oben schon sagte, war 2019 ein sehr emotionales Jahr. Ich habe Entscheidungen getroffen und umgesetzt, die so wichtig für mich und meine Gesundheit waren, habe gekämpft, das durchzuziehen und am Leben zu bleiben (im übertragenen Sinne, nicht wortwörtlich). Ich habe zwei wundervolle Konzerte besucht, die mir so unglaublich viel Kraft gegeben haben und noch immer geben. Ja, ich zehre auch jetzt noch davon, obwohl alles bereits über ein halbes Jahr zurückliegt.
2019 war tough, wirklich tough. Eine meiner Entscheidungen hat so viele Dinge nach sich gezogen, die ich bis heute bewältigen muss, was auch in Zukunft weiterhin der Fall sein wird.
Allerdings waren auch die Jahre zuvor tough. Das letzte Jahr, das ich zuvor als gut bezeichnen würde, ist 2013. Alle danach waren reiner Kampf. So auch 2019. Und trotzdem war 2019 ein gutes Jahr.
Denn egal wie sehr ich meine „offiziellen“ Projekte liegen gelassen habe, weil ich das Gefühl hatte, es tun zu müssen, egal wie anstrengend all die Kämpfe waren, 2019 hat so viel Positives mit sich gebracht. So viel Selbsterkenntnis, so viel Wissen über mich selbst. Ich bin immer mehr zu mir geworden (und habe noch einen weiten Weg vor mir, aber die Richtung stimmt). Ich habe mich viel mehr auf das fokussiert, das ich brauche, das ich liebe. Und habe so viel Liebe zurückbekommen und gespürt. Ich habe alte Freundschaften wieder aufleben lassen und mich neu bzw. mehr in eine Band verliebt, bei der ich glaubte, dass es gar nicht noch mehr geht.

 
Und deswegen kann ich dieses Jahr in zwei Worten zusammenfassen, die nicht zwingend zueinander gehören, es aber auch tun:
Intensiv und Gazette.

 
Wie war 2019 für euch?
Könnt ihr positiv darauf zurückblicken?
Oder ward ihr froh, dass es geendet ist und 2020 beginnt?

 
Bis denne ☆

Depression, keine Buch Berlin und Statusupdate

 
Eigentlich stand in meinem Plan für heute der Bericht zur diesjährigen Buch Berlin. Eigentlich. Denn ich bin Ende November nicht auf der Messe gewesen. Obwohl ich bereits ein Ticket hatte.
Grund ist, dass die Depression wieder hallo gesagt hat. Das war ja letztes Jahr bereits ab Anfang Oktober so. Dieses Jahr hat sie sich zumindest bis Mitte November Zeit gelassen.

 
Nach dem Sommer, nach der Tour im Juni (ja, das ist eine ganze Weile her, aber für mich fühlt es sich nicht so lange an) hatte ich gehofft, diesem monatelangen Tief zu entgehen. Ich habe mich mit allem, das ich aus der Tour mitgenommen hatte, sehr gut durch den Sommer und Herbst gebracht. Ich war kein positiver Mensch, das bin ich noch nie gewesen. Da war kein „jetzt wird alles besser“ in meinem Kopf. Aber ich hatte etwas, von dem ich gezehrt habe. Wo ich mir Energie geholt habe. Und im Grunde glaube ich auch nicht, dass das aufgebraucht ist. Es umgibt mich nicht mehr so sehr wie die ersten Monate nach der Tour, aber es ist noch immer da.

 
Vielleicht ist es die Summe der anderen Ereignisse in diesem Jahr, vielleicht auch nicht.
Und vielleicht hängt es auch mit den derzeitigen zusammen.

 
Ich will darauf jetzt gar nicht detailliert eingehen, das habe ich parallel schon immer so ein bisschen vor allem auf Instagram gemacht.
Meine Katze nimmt seit einem Jahr konstant ab. Wir (meine Tierärztin und ich) haben das auch die ganze Zeit beobachtet, kontrolliert, Theorien überprüft usw. Nun gab es ab Ende November diverse Tests, deren Ergebnisse alle mit einem „negativ“ aus dem Labor zurück kamen. Was insofern nicht hilft, dass weiterhin Anhaltspunkte fehlen. Nach Rücksprache der Ärztin mit dem Labor hat es nun doch noch einen Ansatz gegeben, den wir derzeit testen. Wieder Warten. Wieder Ungewissheit.
Ich kann tatsächlich besser mit negativen Diagnosen umgehen, aber habe etwas in der Hand als mit diesem Nichts, während ich zusehe, wie Shiyuu pro Monat 100 bis 150 g an Gewicht verliert und mittlerweile eindeutig untergewichtig ist.
Da war in den letzten Wochen viel Anspannung dabei, das könnte auch dazu beitragen, dass die Depression sich so richtig einnisten konnte.

 
Nun ist der Winter für mich eh schon schwerer, selbst wenn er sonnig ist (was ich derzeit auch nicht behaupten kann), deswegen gehe ich auch nicht davon aus, dass ich aus dem Loch nennenswert rauskomme, bevor es in den Frühling geht.

 
Depression heißt bei mir nicht zwingend, gar nichts zu tun und nur rumzusitzen.
Einerseits sorgt die Zwangsstörung dafür, dass ich viele Dinge trotzdem tue. Denn das muss ich ja. Weil das alles zwanghaft ist.
Als ich letztes Jahr erkannt hatte, dass es sich um eine Depression handelt (denn das hat eine ganze Weile gedauert), fand ich es spannend zu sehen, ob sie meine Zwänge außer Kraft setzen wird. Hat sie nicht.
Das ist vor vier Wochen tatsächlich passiert. Nicht vollständig, aber im kleinen Rahmen. Das hielt aber auch nur ein paar Tage. Und selbst in denen habe ich nicht dem kompletten Bild depressiver Menschen entsprochen.
Ich war – und das ist sehr sehr untypisch für mich – extrem zurückgezogen. Nicht nur, was den direkten Kontakt mit Menschen vor Ort betrifft. Sondern vor allem online. Ich habe tagelang nicht auf Nachrichten geantwortet, was ich normalerweise nie tue. Das war vermutlich auch das Auffälligste. Darüber hinaus habe ich Unmengen gelesen, an meinen Spaßprojekten und anderen Dingen gearbeitet. Meine täglichen Trackings lagen weit höher als an den meisten Tagen. Alles, was so nicht sehr klassisch Depression ist. Aber auch das hielt nur kurze Zeit, schon allein, weil es dann wieder zu viel Belastung war.

 
Ich bin also so halb wieder in dem Zustand von vor einem Jahr zurück.
Ganz weg war er ja nie gewesen, die Kreativität hat ja bis heute nicht so richtig angeklopft, außer bei meinen Spaßprojekten, die aber eben nur für mich sind. Ich habe das schon vor langer Zeit akzeptiert und für mich ist das immer noch besser als gar nichts zu tun. Ab und zu schweifen meine Gedanken zumindest zu begonnenen Projekten, aber richtig daran arbeite ich trotzdem nicht. Das wird vermutlich auch noch eine ganze Weile dauern.

 
Bis denne ☆